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Untere Haseniederung
Das FFH-Gebiet „Untere Haseniederung“ umfasst den Unterlauf der Hase zwischen Herzlake im Osten und Meppen im Westen. Die Hase entspringt im Teutoburger Wald, durchfließt zunächst in nordwestlicher Richtung das Osnabrücker Berg- und Hügelland und das sich zwischen den Endmoränenzügen Ankumer Höhe und Dammer Berge erstreckende Artland, spaltet sich bei Quakenbrück in einem sogenannten Binnendelta kurzzeitig in die Kleine und die Große Hase auf, die hier ihre Fließrichtung nach Westen ausrichten. Nach Passieren der Ortschaften Löningen, Herzlake und Haselünne mündet die Hase in Meppen in die Ems. Die Hase fließt im FFH-Gebiet in weiten Mäandern durch die Talsandebene des Lingener Lands und entspricht über weite Strecken dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Flussbegleitend findet sich in der Niederung ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume: Auf nährstoffreichen Auenböden kommen feuchte Hochstaudenfluren und kleinere Erlen-Eschen-Auenwäldern vor. Höhergelegene Bereiche sind Standort artenreicher Hartholzauenwälder. Die kleinen Feuchtwälder liegen eingebettet in ausgedehnte Wiesen und Weiden – großflächig handelt es sich um nährstoffreiches Feuchtgrünland, vereinzelt finden sich aber auch magere Flachland-Mähwiesen. Ganz andere Standorte stellen die breiten Dünenfelder dar, welche die Hase begleiten. Die sehr nährstoffarmen und trockenen Sande sind von Zwergstrauchheiden oder Magerrasen bewachsen, in welchen an derartige Standorte angepasste Pflanzenarten wie Besenheide oder Silbergras eine teils nur lückige Vegetationsdecke ausbilden. Wertvolle Offenlandbiotope finden sich auch im Haselünner Wacholderhain: Artenreiche Borstgrasrasen und Wacholderhaine schaffen hier wertvolle Lebensräume. Entstanden durch extensive Beweidung sind sie auch heute in ihrem Erhalt von einer solchen abhängig. Auf den Binnendünen und Sandebenen wachsen im Gebiet außerdem bodensaure Eichenwälder mit Stieleiche, die zu dem charakteristischen Erscheinungsbild dieser Flusslandschaft beitragen. In einigen Bereichen gehen sie in Hainsimsen-Buchenwälder über, in welchen die Strauchschicht partiell von der atlantisch verbreiteten Stechpalme dominiert wird. Von den naturnahen Laubwäldern profitiert unter anderem die Bechsteinfledermaus. Zudem liegt das FFH-Gebiet in der Kulisse desIP-LIFE - Projektes "Atlantische Sandlandschaften".
Das FFH-Gebiet „Örtze mit Nebenbächen“ umfasst mit der Örtze sowie ihren Nebenbächen Kleine Örtze, Wietze und Weesener Bach naturnah mäandrierende, von vielfältigen Uferstrukturen begleitete Fließgewässer zwischen Munster im Norden und Winsen (Aller) im Süden. Die Örtze entspringt nördlich von Munster, durchfließt den Naturraum Südheide in südwestlicher Richtung bis sie nahe Wolthausen in die Aller-Talsandebene eintritt und bei Winsen (Aller) in die Aller einmündet. Die Örtze und ihre Nebenbäche entsprechen im nahezu gesamten Gebiet dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Von dem kühlen, klaren und sauerstoffreichen Wasser der Örtze profitieren mitunter die Groppe, ein am Gewässergrund lebender Kleinfisch, und diebesonders geschützten Tierarten Fluss- und Bachneunauge. Schmale Gehölzsäume aus Auenwäldern mit Erlen und Eschen begleiten die Fließgewässer über weite Strecken und tragen, ebenso wie einige Bestände feuchter Hochstaudenfluren und kleine, teils naturnahe und nährstoffreiche Stillgewässer, zur Strukturvielfalt entlang der Örtze bei. In den wertvollen Auenlebensräumen finden sich viele mitunter auch streng geschützte Tierarten wie Biber und Fischotter, Knoblauchkröte und Moorfrosch sowie verschiedene Libellenarten wie die Grüne Flussjungfer. Die an das Fließgewässer und seine Uferstrukturen angrenzende Niederung der Örtze wird insbesondere von Intensiv- und nährstoffreichem Nassgrünland sowie von Ackerflächen geprägt. Unter anderem südlich von Hermannsburg haben sich unter extensiver Nutzung magere Flachland-Mähwiesen entwickelt. Auf den an die Aue angrenzenden, nährstoffarmen Geestböden finden sich alte bodensaure Eichenwälder und Nadelforsten – letztere sind Zeugnisse der großflächigen Aufforstungen, die insbesondere im 19. Jahrhundert das Erscheinungsbild der niedersächsischen Heidegebiete maßgeblich veränderten. Kleinflächig haben sich im Gebiet aber trockene von der Besenheide dominierte Heiden, teils mit Wacholderbeständen, erhalten. Vor allem im vermoorten Tal der Kleinen Örtze und am Oberlauf der Örtze bilden Moorwälder, Übergangs- und Schwingrasenmoore, Fragmente lebender Hochmoore sowie dystrophe, das heißt nährstoffarme, durch Huminsäuren bräunlich gefärbte Stillgewässer ein Mosaik weiterer wertvoller Biotope. Das Gebiet ist nicht nur für den Schutz von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie wichtig, sondern auch für die Vogelwelt gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung. Eine Beschreibung hierzu findet sich auf der oben verlinkten Webseite zum EU-Vogelschutzgebiet V30 „Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd“.
Das von naturnahen Laubwaldgesellschaften geprägte NSG „Bockmerholz, Gaim“ stellt eine Besonderheit in den ansonsten wenig strukturierten, großflächigen Agrarlandschaften des Naturraums „Braunschweig-Hildesheimer Lössbörde“ dar. Das Gebiet weist meist keine oder nur geringe Grundwasserbeeinflussung auf und wird von einigen Gräben geringfügig entwässert. Das Gebiet wird überwiegend von relativ naturnahen, arten- und strukturreichen Stieleichen-Hainbuchenwäldern bestimmt. Im Norden befinden sich die basenreicheren Ausprägungen, im Süden gibt es basenärmere feuchte bis nasse Eichen-Hainbuchenwälder. Einzelne Waldmeister-Buchenwälder, Hainsimsen-Buchenwälder und bodensaure Eichenwälder, in nassen Senken kleinflächig auch Erlen-Eschenauwälder, sind eingestreut. Die vorwiegend älteren Eichenbestände weisen einen besonderen Reichtum an Frühjahrsblühern auf. Die naturnahen Wälder beherbergen viele Tierarten, darunter Vögel (insbesondere Spechte), Fledermäuse und andere Säugetiere. Im Teilbereich „Gaim" kommen außerdem seltene und vom Aussterben bedrohte Tagfalter vor. Der westliche Waldrand des Bockmerholzes ist u. a. Lebensraum gefährdeter Heuschreckenarten. Die Waldtümpel im östlichen Bockmerholz sind wertvolle Laichgewässer für Amphibien. Im Teilbereich „Holzwiese“ befindet sich eine der in Niedersachsen wenigen Restflächen basenreicher, nährstoffarmer und nasser Pfeifengraswiesen in besonders artenreicher Ausprägung. Auf der „Mergelhalde“ haben sich Halbtrockenrasen in Verzahnung mit Glatthaferwiesen, Gebüschen und Pionierwäldern ausgebreitet. Die Halbtrockenrasen sind wichtiger Lebens- bzw. Rückzugs- und Regenerationsraum für gefährdete Tierarten (insbesondere Schmetterlinge). Östlich von Wülferode wird das Erscheinungsbild der Landschaft in besonderem Maße von der landwirtschaftlichen Nutzung geprägt. Den größten Teil der Flächen machen Äcker aus, die von zahlreichen Gräben gegliedert werden. Im Südwesten finden sich, neben einigen Grünlandflächen, zahlreiche Teiche unterschiedlicher Verlandungsstufen. Im direkten Umfeld liegen magere Flachland-Mähwiesen sowie neun oligo- bis mesotrophe kalkhaltige Gewässer mit Armleuchteralgen. Das Naturschutzgebiet dient dem Schutz desFFH-Gebietes 108 "Bockmerholz, Gaim". Zuständig ist dieRegion Hannoverals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Im Naturschutzgebiet „Mergelgrube bei Hannover (HPC I)“ ist jahrzehntelang Kalkmergel gewonnen worden. Die durch den Bodenabbau entstandene Abbaugrube hat eine Ausdehnung von ca. 500-550 m und eine Tiefe zwischen 30 und 40 m. Der Abbau in der als HPC I bezeichneten Grube wurde bereits in den späten 1960er Jahren eingestellt. Seitdem wird hier Wasserhaltung betrieben und zufließendes Grund- und Schichtenwasser aus der Grube abgepumpt. Die Regulation des Wasserstandes auf der Grubensohle ist existenziell für die Lebensgemeinschaften der Abbaugrube und schwankt trotz Regulierung je nach Witterung um bis zu einen Meter. Die Mergelgrube bietet heute Sekundärstandorte für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, die natürlicherweise noch in den 1950er Jahren in den typischen Kalkniedermooren und Gewässern des angrenzenden „Seckbruchs“ vorkamen. Nährstoffarme Abbaugewässer weisen unterschiedlich große Verlandungsbereiche mit Schilfröhricht, Teichsimsenröhricht oder Rohrkolbenröhricht auf und trocknen teilweise während längerer Trockenperioden mehr oder weniger vollständig aus. Alle Gewässer, mit Ausnahme der beiden größten, sind dem FFH-Lebensraumtyp der nährstoffarmen bis mäßig nährstoffreichen kalkhaltigen Gewässer mit Armleuchteralgen (LRT 3140) zuzuordnen und sind besonders in ihren Randbereichen Wuchs- und Entwicklungsorte einiger hochgradig gefährdeter Arten. Kalkreiche Gräben sind von großer Bedeutung für eine Vielzahl von Amphibien wie z. B. den Kammmolch sowie eine artenreiche Libellengemeinschaft mit mehreren gefährdeten Arten. Wechselfeuchte Bereiche der Grubensohle werden von einer Sumpfvegetation bewachsen. Auf Teilflächen ist ein basenreiches, nährstoffarmes Sauergras-/Binsenried entwickelt, das zum FFH-Lebensraumtyp der kalkreichen Niedermoore (LRT 7230) gehört. Der Bereich wird aufgrund des Vorkommens von Orchideen und anderer hochgradig gefährdeter Arten gezielt gepflegt. Waldtypen bedecken heute knapp die Hälfte des Gebietes. Sie befinden sich vorwiegend auf den höher gelegenen Abschnitten, bedecken aber auch Teile der Grubensohle. Es handelt sich um unterschiedliche Pionierwaldtypen sowie sehr heterogen ausgebildete sonstige naturnahe Sukzessionsgebüsche, die sowohl Teile der Sohle bedecken, als auch die während des Abbaus erhalten gebliebene Mergelrippe zwischen der Grube und dem angrenzenden Kanal. Auf der Mergelrippe im Norden befindet sich ein Wald trockenwarmer Kalkstandorte mit Orchideenvorkommen. Die hoch gelegenen Bereiche im Süden werden von einer kleinen Population der Zauneidechse besiedelt. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 345 „Mergelgrube bei Hannover“. Zuständig ist die untere Naturschutzbehörde bei derRegion Hannover.
Moor- und Heidegebiete im Truppenübungsplatz Munster-Süd
Das FFH-Gebiet „Moor- und Heidegebiete im Truppenübungsplatz Munster-Süd“ liegt südlich von Munster und umfasst ein weitläufiges Mosaik aus offenen Zwergstrauchheiden, schmalen Bachtälern, naturnahen Stillgewässern und Übergangsmooren. Dabei verhindert die militärische Nutzung ein Fortschreiten der Sukzession und trägt zu dem Erhalt der wertvollen Offenlandbiotope bei. Charakteristisch für den Naturraum Südheide sind die vorwiegend nährstoffarmen und sandigen Geestböden, über welchen sich entlang der Fließgewässer, in Senken oder über stauenden Bodenschichten kleine Übergangs- oder Hochmoore entwickeln konnten. So konzentrieren sich die Vorkommen der Moorbiotope auf die kleinen, das Gebiet durchfließenden Bachniederungen von zum Beispiel Hollmoorgraben, Meinholzer Moorgraben und Reininger Moorgraben, die teils in die südlich fließende Wietze einmünden. Im Osten grenzt das FFH-Gebiet 081 „Örtze mit Nebenbächen“ an die Moor- und Heidegebiete des Truppenübungsplatzes. Den größten Flächenanteil nehmen im Gebiet trockene Heiden ein, die durch die wiederkehrenden Störungen eine teils nur spärliche Vegetationsdecke aufweisen. Die unterschiedlichen Altersstadien der Besenheide bilden ein kleinflächiges und dynamisches Standortmosaik. Vereinzelt sind im Gebiet auch artenreiche Borstgrasrasen ausgebildet. Auf feuchten bis nassen, teils anmoorigen Böden finden sich die charakteristischen Pflanzenarten feuchter Heiden, für welche insbesondere die Glockenheide kennzeichnend ist. Außerdem wachsen hier einige seltene Arten wie der Lungen-Enzian. Vielfach gehen die Feuchtheiden in teils torfmoosreiche Übergangs- und Schwingrasenmoore über. Insbesondere in den zentral liegenden Bereichen vom Reininger Moor, Weißen Moor und Sültinger Moor kommen naturnahe Moorbiotope in größerer Ausdehnung vor. Zerstreut finden sich auf Hochmoortorfen auch renaturierungsfähige, degradierte oder lebende Hochmoore. Mehrere kleine und größere Heideweiher entsprechen im Gebiet je nach Wasserqualität und Vegetationszusammensetzung den Lebensraumtypen der dystrophen – das heißt nährstoffarmen, durch Huminsäuren bräunlich gefärbten – oder der sehr nährstoff- und basenarmen Stillgewässer. Letztere weisen mit Pflanzenarten der Strandlingsvegetation einige botanische Besonderheiten auf. So kommt im Gebiet unter anderem die in Niedersachsen vom Aussterben bedrohte Wasser-Lobelie vor. Auch der namensgebende und stark gefährdete Strandling ist an solchen Standorten zu finden. In den großflächigen Heide- und Moorbiotopen sowie den kleinen Still- und Fließgewässern finden unter anderem Schlingnatter und Fischotter geeignete Habitate. Das Gebiet ist nicht nur für den Schutz von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie wichtig, sondern auch für die Vogelwelt gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung. Eine Beschreibung hierzu findet sich auf der oben verlinkten Webseite zum EU-Vogelschutzgebiet V30 „Truppenübungsplätze Munster Nord und Süd“.
Das EU-Vogelschutzgebiet „Lucie“ besteht aus drei Teilgebieten südöstlich von Dannenberg in der Talsandniederung des Elbe-Urstromtals. Die strukturreiche Kulturlandschaft wird durch zahlreiche Hecken, Baumreihen und Feldgehölze gegliedert. Charakteristisch sind zudem ausgedehnte naturnahe Waldbereiche unterschiedlicher Ausprägung. So finden sich laubholzreiche, alte Kiefernwälder ebenso wie verschiedene Waldtypen auf feuchten Standorten. Strukturiert werden die Wälder u. a. durch wegebegleitende Heide- und Krautsäume, extensiv genutztes Feuchtgrünland und zahlreiche Kleingewässer. Die Niederung ist ein wichtiges Brutgebiet für Vogelarten der großflächigen, altholzreichen Wälder sowie für Arten der strukturreichen, halboffenen Kulturlandschaft. Zu den wertbestimmenden Waldvogelarten gehören Schwarz- und Mittelspecht, Wespenbussard sowie Seeadler. Der störungsempfindliche Kranich profitiert hier wesentlich von der umfangreichen Wiedervernässung der Wälder auf grundwassernahen Böden. Zudem wurden speziell auf die Ansprüche des Kranichs zugeschnittene Teiche mit flachen Ufern und kleinen Inseln angelegt, auf denen der Kranich bevorzugt gut geschützt vor Bodenbeutegreifern brütet. In der durch Hecken und Baumreihen reich gegliederten Kulturlandschaft sind Neuntöter, Sperbergrasmücke und Ortolan wertbestimmend. So stellt das Gebiet für den Neuntöter einen landesweit bedeutsamen Schwerpunktraum dar. Ein typisches Verhalten des Neuntöters ist die Anlage von Vorräten in Heckensträuchern, wo er Beutetiere wie Käfer, Heuschrecken und kleine Mäuse auf Dornen aufspießt. Die trocken-warmen Einflüsse des ostniedersächsischen Kontinentalklimas begünstigen das Vorkommen des Ortolans. Die Art brütet im Vogelschutzgebiet in außergewöhnlich hoher Dichte, so dass es sich um das bedeutendste VSG für den Ortolan in Niedersachsen handelt. Typischerweise brütet der Ortolan mit ausgeprägter Standorttreue in sandgeprägten Getreidefeldern strukturreicher Kulturlandschaften an Waldrändern und Gehölzreihen, die als Nahrungsraum und als Singwarten genutzt werden. Ebenso wie für den Ortolan ist die niederschlagsarme Heckenlandschaft auch für die Sperbergrasmücke ein wichtiger Lebensraum am Westrand des europäischen Verbreitungsgebietes. Darüber hinaus ist der Rotmilan als typischer Greifvogel strukturreicher Kulturlandschaften ein wertbestimmender Brutvogel. Das EU-Vogelschutzgebiet überschneidet sich im geringen Umfang mit dem FFH-Gebiet 247 „Gewässersystem der Jeetzel mit Quellwäldern“ und dient somit nicht nur dem Schutz der Vogelwelt, sondern auch Lebensraumtypen und Arten gemäß der FFH-Richtlinie.
Das Gebiet repräsentiert einen typischen Ausschnitt der Niederungslandschaft des Artlandes. Es wird vom Mittellauf des deutlich begradigten Wehdemühlenbaches durchflossen, der über weite Strecken von bis zu über 10 m breiten Randstreifen gesäumt wird. Der Bach ist ein für den Naturraum bedeutendes Laichgewässer für Fisch- und Rundmaularten und dient auch Libellen als Fortpflanzungshabitat. Im zentralen Bereich des Gebietes liegt das aus ehemals teilweise abgetorften, aber überwiegend unkultivierten Moorflächen bestehende „Fienenmoor“. Es wird durch nasse, nur randlich stärker entwässerte Erlen- und Birkenbruchwälder mit fließenden Übergängen zueinander geprägt. Auf den nährstoffärmeren Standorten sind die natürlichen bis naturnahen Bruchwälder torfmoosreich und hydrologisch kaum beeinträchtigt. Im übrigen Bereich des Schutzgebietes herrscht Dauergrünland vor, das unterschiedliche Feuchtestufen und Nutzungsintensitäten aufweist, wobei artenarmes Grünland überwiegt. Eingebettet finden sich extensiv genutzte Feuchtgrünländer sowie vereinzelt auch Sümpfe bzw. Riede entwickelt. Insgesamt wird das Schutzgebiet durch ein ausgeprägtes System aus Gräben und Grüppen gegliedert. Die überwiegenden Bereiche der Offenlandschaft werden von Baumreihen, (Wall-)Hecken sowie Solitärbäumen geprägt, vielfach mit alten Stieleichen und Schwarzerlen, die zum Teil parkartige Strukturen aufweisen. Eine herausragende Bedeutung hat ein historisch alter Eichenwald mit sichtbaren Relikten einer ehemaligen Hutewirtschaft. Die Wälder im Schutzgebiet unterliegen insgesamt keiner intensiven Nutzung und weisen vielfältige Strukturen auf. Insbesondere der historische Eichenwald und die auf den Wallkörpern stehenden Eichenreihen bieten dem Hirschkäfer geeignete Lebensstätten. Insbesondere im Nahbereich zum Wehdemühlenbach befinden sich Kleingewässer, darunter auch Fischteiche, die naturnahe Strukturen aufweisen und von Amphibien als Laichgewässer genutzt werden. Nach Nordwesten hin wird das Schutzgebiet offener. Die halboffene Grünlandniederung hat hier eine große Bedeutung für bodenbrütende Limikolen und Singvogelarten. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 053 "Bäche im Artland". Im Westen grenzt das NSGWE 303 „Suddenmoor“an. Zuständig ist derLandkreis Osnabrückals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das rd. 187 ha große NSG befindet sich zwischen Soltau und Wietzendorf im Landkreis Heidekreis. Beim Lührsbockeler Moor handelt es sich um abgetorfte Hochmoorflächen, die nach Beendigung des Torfabbaus wieder vernässt und renaturiert wurden. Die Flächen sind heute geprägt von großflächigen, dystrophen Flachgewässern. Teilweise haben sich bereits Wollgras- und Torfmoosbestände in den Wasserflächen bzw. an deren Rand etabliert. In den Randbereichen der Abbauflächen befindet sich im fortgeschrittenen Regenerationsstadium bereits typische Hochmoorvegetation mit Feuchtheiden mit Glockenheide, Rosmarinheide und mit Mittlerem Sonnentau (Drosera intermedia). Im nördlichen Teil liegen extensiv beweidete Grünlandflächen sowie vernässte Waldflächen. Besonderen Wert hat das Lührsbockeler Moor aus faunistischer Sicht. Mehrere Kranichpaare sowie Kiebitz, Bekassine, Waldwasserläufer, Tüpfelsumpfhuhn, Raubwürger und Wasserralle haben hier ihr Brutgebiet. Vom Aussterben bedrohte Falterarten wie die Torfmooreule, Haworths Moorwieseneule, Moorbläuling, Blaues Ordensband, Gelbbraune Rindeneule, Heidekräuterrasen-Erdeule sowie stark gefährdete Libellenarten wie Speer-Azurjungfer, Kleine Moosjungfer und Hochmoor-Mosaikjungfer kommen im Gebiet vor. Ziel ist die Erhaltung und naturnahe Entwicklung der Abtorfungsbereiche zu Übergangs- und Hochmoorflächen einschließlich aller Entwicklungsstadien als Lebensraum typischer Tier- und Pflanzenarten, insbesondere für die bereits vorkommenden bodenbrütenden Vogelarten. Zu diesem Zweck haben die Sicherung des Wasserstandes sowie die Vermeidung von Nährstoffeinträgen oberste Priorität. Verschiedene Entwicklungsstadien, einschließlich natürlicher Zerfallsstadien von Moorwald, sollen gefördert und erhalten werden. Weiterhin dient die Erhaltung und Entwicklung von extensiv genutzten Grünlandflächen in Teilbereichen des Schutzgebietes als Teillebensraum für Wiesenvögel, Greifvögel und typischen Insekten. Zu diesem Zweck sollen die Grünlandflächen zu feuchten, nährstoffarmen, möglichst artenreichen Wiesen und Weiden und zurzeit intensiv genutzte Acker- und Grünlandflächen nach Möglichkeit zu extensiv genutzten Grünlandflächen entwickelt werden. Natur erleben ohne zu stören: Bleiben Sie bitte auf den Wegen und führen Sie Hunde an der Leine. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das Naturschutzgebiet liegt mit seinen drei Teilgebieten am Nordostrand des von Buntsandstein geprägten Mittelgebirges Solling. Die Waldgebiete werden vorherrschend von bodensauren Eichenmischwäldern, mit in Teilen buchenreicher Ausprägung, dominiert und durch Hainsimsen-Buchenwälder ergänzt. Innerhalb des Gebietes befinden sich sehr strukturreiche Hutewald-Relikte mit über 400 Jahre alten Uralteichen. Die Offenlandbereiche beschränken sich auf die Bachläufe der Ochsenwiese im Osten zwischen Großen Ohrenberg und Birkenberg sowie der Wakenbornwiese westlich des Burghals. In beiden Teilgebieten handelt es sich um naturnahe Bachabschnitte mit kleinflächigen Bereichen von feuchten Hochstaudenfluren. Im Bereich der Ochsenwiese wird dieser von einem gut ausgeprägten Erlen-Auenwald begleitet; im Bereich der Wakenbornwiese grenzen magere Flachland-Mähwiesen an den Quellbach an. Die Wälder, insbesondere die Hutewald-Relikte, sind ein wertvoller Lebensraum für waldbewohnende Arten, die auf großflächige und zusammenhängende, naturnahe, lichte, alt- und totholzreiche sowie störungsarme Waldgebiete angewiesen sind. Das Gebiet ist von besonderer Bedeutung für die streng geschützten Totholzkäferarten Eremit und Hirschkäfer sowie Lebensraum zahlreicher weiterer gefährdeter Käferarten. Es liegt im Einzugsbereich mehrerer Wochenstubenquartiere des Großen Mausohrs und eignet sich insbesondere aufgrund der flächigen Hainsimsen-Buchenwaldpartien mit in Teilen unterwuchsarmen Hallenwaldcharakter am Birkenberg als Jagdhabitat für diese Art. Auch eine erhebliche Anzahl von auf Altholzbestände angewiesene Vogelarten, darunter die mit Abstand höchste Individuenzahl von Mittel-, Klein-, Grau- und Schwarzspecht im Solling, konnten im Gebiet nachgewiesen werden. Der Schwarzstorch brütet seit mehreren Jahren erfolgreich in dem Gebiet, das sich ansonsten auch durch seine überdurchschnittlich hohe Dichte von Rotmilan- und Bussardhorsten auszeichnet. Darüber hinaus ist das Gebiet u. a. auch Lebensraum für Wildkatze, Luchs und Feuersalamander. Das Naturschutzgebiet dient dem Schutz desFFH-Gebietes 399 "Wälder im Solling bei Lauenberg". Zuständig ist derLandkreis Northeimals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Die Bodenkontor Steinhöhe GmbH, Industriepark 6a, 27777 Ganderkesee, hat am 22.08.2022 einen Antrag auf Planfeststellung für Errichtung und Betreib der Erweiterungsfläche der Mineralstoffdeponie Haschenbrok in Großenkneten, Krumlander Straße, eingereicht. Die Bodenkontor Steinhöhe GmbH betreibt in der Krumlander Straße in Großenkneten seit Januar 2020 eine Mineralstoffdeponie. Die Mineralstoffdeponie Haschenbrok umfasst bisher eine Gesamtfläche von 15 Hektar, von denen 11,05 Hektar als gedichteter Ablagerungsbereich für mineralische Abfälle (DK I) planfestgestellt sind. Zur Arrondierung der Grundfläche beabsichtigt die Vorhabenträgerin die Erweiterung der Deponie um das östlich angrenzende Flurstück Nr. 49, Flur 4, der Gemarkung Großenkneten mit einer Fläche von 4.391 m². Die Erweiterungsfläche ist bewaldet und grenzt unmittelbar an die planfestgestellten Bauabschnitte II und III an. Das Flurstück ist mit seiner dreieckigen Grundfläche an zwei von drei Außengrenzen von der Deponiefläche umgeben. Alternative Standorte mit ähnlich günstigen Bedingungen existieren für das geplante Vorhaben nicht. Um die Erweiterungsfläche an die Sohle des planfestgestellten Deponiebaus anzubinden, ist ein Rückbau des Oberbodens sowie des Sandvorkommens von der Geländeoberkante bis zum Niveau des Deponieplanums erforderlich. Dieser Rückbau schließt die Gewinnung von rund 37.700 m³ Oberboden und Sand in unmittelbarer Anbindung an die ehemalige Sandgrube ein. Die Planung umfasst die folgenden Maßnahmen: 1. Waldumwandlung: Rodung des Laubwalds mit eingebundener Kieferpflanzung. 2. Externe Ersatzaufforstung und Durchführung von Ausgleichsmaßnahmen für beeinträchtigte Schutzgüter und betroffene Arten. 3. Abbau und Abfuhr des rund 32.000 m³ umfassenden Sandvorkommens zur Anbindung an das Niveau der Deponiesohle. 4. Bau der Basisabdichtung mit Sickerwasserfassung. 5. Deponiebetrieb: Verfüllung mit mineralischen Abfällen der Deponieklasse I. 6. Oberflächenabdichtung und Rekultivierung. Zur Kompensation des umgewandelten Waldes auf der geplanten Erweiterungsfläche der Deponie soll in der Gemeinde Wardenburg; auf einer Teilfläche des Flurstücks 281, Flur 49 der Gemarkung Wardenburg eine verfüllte und derzeit als Acker genutzte Sandabbaufläche aufgeforstet werden. Die wesentliche Änderung der Deponie bedarf der Planfeststellung gemäß § 35 Abs. 2 Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG). In dem Planfeststellungsverfahren ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nach den Vorschriften des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) durchzuführen. Das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg ist gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung über Zuständigkeiten auf den Gebieten des Abfallrechts und des Bodenschutzrechts (ZustVO-Abfall) zuständig für die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens. Aufgrund § 35 Abs. 3 Nr. 2 KrWG in Verbindung mit §§ 3 und 3b und der Nummer 12 der Anlage 1 zum Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegt das Vorhaben der geplanten Deponie dem Anwendungsbereich des UVPG. Die UVP-Pflicht des Vorhabens wurde festgestellt (§ 5 UVPG). Das Planfeststellungsverfahren beinhaltet die Beteiligung der Öffentlichkeit.