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Großes Renzeler Moor
Das Große Renzeler Moor wurde aufgrund seiner geringen Torfmächtigkeit zu keiner Zeit industriell abgetorft. In Teilbereichen finden sich ehemalige bäuerliche Handtorfstiche, die heute verlanden. Das Gebiet wird in weiten Teilen durch Moor-Degenerationsstadien und Birken-Moorwälder sowie stellenweise eingestreute Sandheideflächen geprägt. An den Rändern findet man eine zum Teil sehr geringe Torfauflage. Auf den trockeneren, unbewaldeten Flächen dominieren Pfeifengras, Besenheide und Krähenbeere. Das Scheiden-Wollgras und die Glockenheide prägen feuchtere Bereiche. Torfmoos-Schwingrasen beschränken sich auf die vernässten Handtorfstiche. Verstreut kommen größere offene Wasserflächen vor. Ein besonderes Charakteristikum für das Große Renzeler Moor stellen die eingestreuten Sandheideflächen dar. Die Torfmächtigkeit wechselt auf engem Raum stark, wobei Sandrücken den Torfkörper durchragen. Dieses starke Bodenrelief hat ein dichtes Nebeneinander von Moorvegetation und Pflanzengesellschaften trockener Sandböden zur Folge. Hierbei hervorzuheben ist die renaturierte Binnendüne mit Sandtrockenrasen und Sandheide, die das Schutzgebiet im Norden begrenzt und für Insekten wie die Feldgrille (Gryllus campestris) und verschiedene Schmetterlinge und Wildbienen einen wichtigen Lebensraum darstellt. Die Randbereiche sind zum Teil von überwiegend extensiv genutztem Grünland geprägt, wobei wenige Ackerflächen in diese eingestreut sind. Die Grünlandbereiche bilden eine Pufferzone zu den benachbarten, intensiv landwirtschaftlich genutzten Flächen. Insgesamt hat das Große Renzeler Moor als Lebensraum für Insekten und Amphibien eine hohe Bedeutung. Daneben stellt es ein wichtiges Brut- und Rastgebiet für Vögel, insbesondere für rastende Kraniche, in der Diepholzer Moorniederung dar. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 166 "Renzeler Moor"und desEU-Vogelschutzgebietes V40 "Diepholzer Moorniederung". Zuständig ist derLandkreis Diepholzals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das FFH-Gebiet „Dammer Berge“ umfasst eine zwar überwiegend bewaldete, aber auch durch Feuchtbiotope geprägte Erhebung im Bersenbrücker Land, welches zur Naturräumlichen Region Ems-Hunte-Geest und Dümmer-Geestniederung gehört. Die Dammer Berge sind Teil einer sogenannten Stauchendmoräne zwischen Neuenkirchen im Südwesten und Steinfeld im Nordosten: Gletscher der Saale-Eiszeit schoben hier Lockersedimente zu markanten Erhebungen auf. Auf den mineralstoffarmen, zumeist entkalkten Sanden wachsen im Gebiet neben großen Nadelforsten auch naturnahe bodensaure Laubwälder unterschiedlicher Ausprägung. Flächenmäßig dominieren Hainsimsen-Buchenwälder, die in einigen Bereichen von alten bodensauren Eichenwäldern ergänzt werden. Diese meist von Stieleiche geprägten Laubwälder wurden vor allem in der niedersächsischen Geest durch menschliche Nutzung gefördert. Kleinflächig sind im Gebiet auch atlantische bodensaure Buchen-Eichenwälder zu finden, die sich durch Vorkommen der Stechpalme in der Strauchschicht auszeichnen. Die alt- und totholzreichen Laubwälder stellen einen geeigneten Lebensraum für den streng geschützten Hirschkäfer dar, der für seine Eiablage und die Larvalentwicklung auf stark zersetztes Holz angewiesen ist. An den trockenwarmen, lichten Waldrändern und in den Offenlandbiotopen des Gebiets konnte auch die gefährdete Zauneidechse nachgewiesen werden. Einige Seen im Gebiet sind Relikte einer heute aufgegebenen bergbaulichen Nutzung: Erzvorkommen im Untergrund der Dammer Berge wurden lange Zeit abgebaut. Teilweise entsprechen die Teiche dem Lebensraumtyp der naturnahen nährstoffreichen Stillgewässer. Entlang eines kleinen Bachs mit flutender Wasservegetation wachsen Auenwälder mit Erlen und Eschen. Von den Feuchtbiotopen des Gebiets profitieren unter anderem einige seltene Amphibienarten wie der streng geschützte Kammmolch und der Kleine Wasserfrosch. Zudem liegt das FFH-Gebiet in der Kulisse desIP-LIFE - Projektes "Atlantische Sandlandschaften".
Das Naturschutzgebiet umfasst mit dem östlichen Teil der Landwehr von Rade etwa von der Wasserscheide zwischen Elbe- und Wesereinzugsgebiet auf 86 m NN bis zur Straße Ohrdorf-Haselhorst den als sanfte Mulde ausgeprägten höchst gelegenen Teil des FFH-Gebietes und sodann nach Südsüdost ausgerichtet den Oberlauf der von Beginn an ausgebauten Ohre bis zum Naturschutzgebiet "Mittlere Ohreaue“. Im Naturschutzgebiet ist die Ohreaue auf der Westseite der Ohre durchgehend eine Ackerflur, während dort noch zur Zeit der Preußischen Landesaufnahme vor rund 100 Jahren die Flächen ausschließlich als Grünland bewirtschaftet wurden. Auf der Ostseite der Ohre hat sich im Bereich des Grünen Bandes eine vielfältigere Struktur erhalten. Auf gesamter Länge des Naturschutzgebietes "Obere Ohre / Landwehr von Rade" grenzt auf sachsen-anhaltinischer Seite das NSG "Ohreaue" an. Auf Grund der Tatsache, dass die Ohre im Naturschutzgebiet in keinem Zusammenhang mit naturnahen Gewässerabschnitten steht, ist sie nicht als FFH-Lebensraumtypfläche eingestuft worden. Das gesamte Naturschutzgebiet in diesem Gebietsteil ist ausschließlich unter Entwicklungsgesichtspunkten zu betrachten. Allerdings gehört es inzwischen zum Lebensraum des Bibers. Der obere Gebietsteil mit der Landwehr von Rade nebst angrenzenden Flächen besteht zu knapp 40 % aus "alten bodensauren Eichenwäldern auf Sandböden mit Stieleiche", also FFH-Lebensraumtypwald, von dem wiederum rund 40 % dem Erhaltungszustand B zugeordnet sind. Dazu tragen nennenswert die Bestände auf der Landwehr selbst bei. Diese ist als alter Waldstandort zu betrachten; denn die Landwehr wurde vor rund 700 Jahren zwischen dem Fürstentum Lüneburg und der Mark Brandenburg errichtet, um Fehden, Tumulte und Diebstähle zu verhindern. Sie besteht aus drei Wällen und vier Gräben, wobei zwei Wälle und zweieinhalb Gräben im Landkreis Gifhorn liegen. Auch aus Gründen des Bodendenkmalschutzes soll die Landwehr selbst nutzungsfrei bleiben. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 418 "Ohreaue". Zuständig ist derLandkreis Gifhornals untere Naturschutzbehörde.
Das FFH-Gebiet „Moore und Wälder im Hochsolling, Hellental“ liegt im nordöstlichen Solling, einem markanten Mittelgebirge im Weser-Leinebergland. Der aus Buntsandstein aufgebaute Solling ist überwiegend von bodensauren Laubwäldern und Nadelforsten bestanden und wird dem Naturraum Solling, Bramwald und Reinhardswald zugeordnet. Im Gebiet wachsen ausgedehnte, naturnahe Hainsimsen-Buchenwälder, die unter anderem als Jagdrevier von dem Großen Mausohr, einer streng geschützten Fledermausart, genutzt werden. Auch die seltene und scheue Wildkatze profitiert von den alt- und totholzreichen Buchenwäldern. Die weitläufigen Laubwälder des Gebiets sind durchsetzt von Hoch- und Niedermoorflächen. Insbesondere das Mecklenbruch im Westen des Gebiets zeichnet sich durch naturnahe Hochmoorstrukturen mit lebendem Hochmoor, Übergangs- und Schwingrasenmooren, Moorwäldern, renaturierungsfähigen, degradierten Hochmoorflächen sowie kleinen dystrophen Stillgewässern aus. Hier befindet sich das Quellgebiet der Helle, die in nordöstlicher Richtung das Hellental durchfließt und bei Merxhausen in den Spüligbach mündet. Entlang des Bachlaufs sind stellenweise Auenwälder mit Erlen und Eschen ausgebildet. Geologische Besonderheiten im Gebiet stellen sogenannte Bachschwinden dar: Begünstigt durch hier anstehende wasserlösliche Kalkschichten versickert die Helle und fließt über kurze Strecken verborgen im Untergrund. Das Hellental – eine Grabenstruktur, in der im Gegensatz zu den aus Buntsandstein aufgebauten Hochlagen des Sollings teils stark zerklüfteter Muschelkalk im Untergrund dominiert – ist vor allem durch verschiedene Offenbiotope gekennzeichnet. Insbesondere artenreiche Borstgrasrasen mit seltenen Pflanzenarten wie Wald-Läusekraut sowie magere Flachland-Mähwiesen stellen wertvolle Habitate dar. Kleinflächig kommen auf den basenreichen Böden der Talhänge auch Waldmeister-Buchenwälder vor. Das Gebiet ist nicht nur für den Schutz von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie wichtig, sondern auch für die Vogelwelt gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung. Eine Beschreibung hierzu findet sich auf der oben verlinkten Webseite zum EU-Vogelschutzgebiet V55 „Solling“.
Das Tote Moor ist mit ca. 2.300 ha das größte Hochmoor der Region Hannover. Es ist durch naturnahe, offene Hochmoorlebensräume, großflächige Hochmoorregenerationsflächen unterschiedlicher Stadien, Torfabbauflächen sowie teilweise gut ausgeprägte Birken- und Kiefernmoorwälder gekennzeichnet. Die bereits vor Jahrzehnten aufgelassenen bäuerlichen Handtorfstiche und die großflächig renaturierten industriellen Torfabbauflächen entwickeln sich je nach Erfolg der Wiedervernässung zu Moordegenerationsstadien oder in Richtung naturnaher Hochmoorflächen. Die noch verbliebenen industriellen Torfabbauflächen werden nach Beendigung des zulässigen Bodenabbaus mit dem Ziel der Hochmoorregeneration hergerichtet. Die tief liegenden Randbereiche des Hochmoores sowie sein Übergang zum Niedermoor werden durch großflächige und überwiegend naturnahe Feucht- und Nasswälder geprägt. Im Norden und Westen geht das Hochmoor in die Sandgeest über. Sandheiden und Sand-Trockenrasen sind hier teilweise hervorragend ausgeprägt. Vor allem im Norden und Osten des NSG wachsen teils gut ausgeprägte naturnahe Laubwälder auf mittleren und trockenen Standorten. Zu nennen sind vor allem die Eichen-Mischwälder auf Sandböden und auf mäßig basenreichen Standorten am Ostrand des Toten Moores sowie Kiefernwälder auf armen Sandböden am Nordrand der Niederung. Südlich des Toten Moores erstreckt sich die weitgehend offene Grünlandniederung der Großenheidorner Wiesen. Hier liegen bedeutende Vorkommen von Feucht-, Nass- sowie artenreichem mesophilen Grünland. Dieses Grünland bietet Lebensraum etwa für eine Vielzahl gefährdeter Vogel- und Heuschreckenarten. Eingestreute Kleingewässer bereichern den Lebensraum und bieten z.B. Amphibien Laichmöglichkeiten. Das NSG umfasst auch einen Teil der Wasserfläche am Ostufer des Steinhuder Meeres mit ihrem naturnahen Übergang in ausgedehnte Niedermoor- und Röhrichtflächen, die landseitig in Sumpfgebüsche und Bruchwälder übergehen. Die ungestörte Wasserfläche des Steinhuder Meeres sowie bei niedrigem Wasserstand frei fallende Sandbänke sind bedeutende Ruhe- und Nahrungsflächen für Brut- und Rastvögel. In den störungsarmen Uferflächen brüten zahlreiche Vogelarten. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 094 "Steinhuder Meer"und desEU-Vogelschutzgebietes V42 "Steinhuder Meer". Zuständig ist die untere Naturschutzbehörde bei derRegion Hannover. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das Naturschutzgebiet umfasst den untersten Abschnitt der Oker zwischen Meinersen und dem Okerwehr bei Müden-Dieckhorst, kurz vor der Mündung in die Aller. Die potenziell-natürliche Vegetation des Gebietes besteht aus dem Stieleichen-Auwaldkomplex. Auwald nimmt heute aber im Gebiet weniger als 0,1 ha ein. Das Hauptaugenmerk für die Schutzbestrebungen liegt auf dem FFH-Lebensraumtyp 6510 „Magere Flachland-Mähwiesen“, der mit 12,3 % Flächenanteil mehr als dreimal so weit verbreitet vorkommt wie der Lebensraum „Grünlandkomplexe mittlerer Standorte“ im Gesamtgebiet von Aller, Leine und Oker. ¾ dieser Flächen befanden sich vor der Unterschutzstellung in einem guten, ¼ in einem mäßigen bis schlechten Erhaltungszustand. Die Oker mäandriert in der oberen Hälfte des NSG noch natürlich. Im unteren Teil wurde sie bereits im 19. Jahrhundert begradigt. Die Gewässergüte der Oker gilt als mäßig belastet und der Fluss wird der Strukturgüteklasse 4 (deutlich verändert) bis 5 (stark verändert) zugerechnet. Zum FFH-Lebensraumtyp 3260 „Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und Callitricho-Batrachion“ muss sie deshalb in diesem Abschnitt erst entwickelt werden. In der Oker wurden die Grüne Flussjungfer und die Gemeine Keiljungfer nachgewiesen, sie ist Wanderkorridor und Lebensraum des Fischotters sowie Lebensraum von zehn gefährdeten bis stark gefährdeten Fischarten. Die aquatische Durchgängigkeit des Flussabschnittes im Längsverlauf ist seit 2003 durch einen Fischpass in Müden-Dieckhorst und seit 2005 in Meinersen durch ein für die gesamte Wasserfauna geeignetes Umgehungsgerinne gewährleistet. Der Abstieg ist in Müden-Dieckhorst durch ein sehr effektives Fluchtrohr und in Meinersen durch ein noch optimierungsbedürftiges bodennahes Fluchtrohr erleichtert. Auf Grund des hohen Ackeranteils in diesem Talabschnitt ist seine Bedeutung für die Vogelwelt eher gering. Hervorzuheben sind aber Brutplätze des Weißstorchs in Ahnsen und Dieckhorst, für die das Gebiet als Nahrungshabitat besonders wertvoll ist. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 090 "Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker". Zuständig ist derLandkreis Gifhornals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das Schutzgebiet ist Bestandteil der zum Osnabrücker Osning gehörenden sogenannten Hüggelberge und dem Hauptzug des Teutoburger Waldes nördlich vorgelagert. Es repräsentiert typische Ausschnitte der durch die bewaldeten Höhenzüge des Teutoburger Waldes geprägten Mittelgebirgslandschaft des westniedersächsischen Berglandes im Übergang zur Münsterländischen Tieflandbucht. Die Bereiche sind insgesamt durch große Höhenunterschiede und eine hohe Reliefenergie gekennzeichnet. Diese ist zum großen Teil Ergebnis früherer Bergbau- und Steinbruchtätigkeit mit den damit verbundenen Abgrabungen und Haldenschüttungen. Charakteristisch und für den Naturraum eine Besonderheit in der Größe und Ausprägung sind die Sekundärwälder, die sich in den ehemaligen Abbaugebieten z. T. seit über 60 Jahren ungestört ohne Nutzung entwickelt haben. In ehemaligen Tagebauen hat sich aufgrund des feucht-kühlen Kleinklimas eine schluchtwaldähnliche Vegetation mit großen Beständen des dafür typischen Hirschzungen-Farns entwickelt. Wegen der Bergbau- und Steinbruchtätigkeit mit den damit verbundenen Materialumlagerungen sind keine großflächig ungestörten Böden mehr vorhanden. Es ist ein z. T. kleinflächig miteinander verzahntes Mosaik aus überwiegend flachgründigen kalkhaltigen und sauren Böden vorhanden, das sich auch in der Artenzusammensetzung der Pflanzen widerspiegelt. In Abhängigkeit von diesen Faktoren kommen im Gebiet mesophile Buchen- und Kalkbuchenwälder sowie bodensaure Buchenwälder in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Die Buchenwälder des Schutzgebietes gehören zu den nordwestlichsten Ausläufern der biogeografisch kontinentalen Region. Neben den naturnahen Laubwäldern nehmen auch Laubwälder mit anteilig nicht gebietsheimischen Laubholzarten und Nadelholzbestände aus Fichten-, Douglasien, Lärchen und Kiefern größere Flächen ein. Vereinzelt sind noch Wallhecken mit alten, landschaftsbildprägenden Bäumen vorhanden Wertgebend für das Schutzgebiet sind zudem ehemalige Bergwerksstollen, die eine überregionale Bedeutung als Winter- und Schwärmquartiere für Fledermäuse haben. Die Wälder des Schutzgebietes sind zugleich ein bedeutsamer Lebensraum für andere waldcharakteristische Tierarten. Das LSG dient dem Schutz des FFH-Gebietes 354 "Hüggel, Heidhornberg und Roter Berg". Zuständig ist derLandkreis Osnabrückals untere Naturschutzbehörde.
Das im Jahre 2012 erlassene Landschaftsschutzgebiet „Butjadingen Marsch“ im Norden des Landkreises Wesermarsch hat eine Ausdehnung von 5.157 Hektar und erstreckt sich teilweise über das Stadtgebiet Nordenham und das Gemeindegebiet Butjadingen. Es ist gekennzeichnet durch eine weite, offene und gehölzarme Marschenlandschaft. Eingestreut sind Höfe, Einzelhäuser und wenige meist reihige Dorfstrukturen. Das Gebiet ist landwirtschaftlich überwiegend durch Milchviehbetriebe geprägt. Die Flächen werden hauptsächlich als Grünland bewirtschaftet. Ein dichtes Grabennetz erspart bei Beweidung die Einzäunung. Bedingt durch die Nähe zum Wattenmeer stellt das Landschaftsschutzgebiet eines der bedeutendsten Rastvogelgebiete in der Wesermarsch mit einer hohen Anzahl an rastenden Vogelarten, wie Weißwangengans, Blässgans, Graugans, Goldregenpfeifer und Kiebitz dar. Die Anzahl der rastenden Vögel erreicht dabei in einzelnen Fällen über 10.000 Exemplare. Die weiten offenen Grünlandbereiche sind zudem noch Kinderstube für im Grünland brütende Vogelarten wie Kiebitz, Uferschnepfe und Rotschenkel. Auch hier beherbergt das Landschaftsschutzgebiet „Butjadingen-Marsch“ mit die größten Wiesenvogelgemeinschaften im Landkreis Wesermarsch und zählt zu den bedeutendsten Brutgebieten. Die trifft insbesondere auf die Uferschnepfe zu, die in großer Anzahl nach langem Winterzug im Bereich des Landschaftsschutzgebietes brütet. Kernbereich dieses Areals ist das Projektgebiet „Stollhammer Wisch“, in dem aus diesem Grund bereits seit 1994 Vertragsnaturschutz zum Schutz von Wiesenvögeln in Kooperation mit der örtlichen Landwirtschaft durchgeführt wurde. Zu diesem Zweck wird ein umfangreiches Monitoring der Wirkung der Maßnahmen durchgeführt. Mittlerweile werden einvernehmlich mit der örtlichen Landwirtschaft in großem Umfang Flächen nach Vorgaben der Agrarumweltprogramme zum Schutz bodenbrütender Vogelarten oder rastender Gänse bewirtschaftet. Aufgrund der Nähe zu den touristischen Schwerpunktbereichen an der Küste Butjadingens ist das Landschaftsschutzgebiet „Butjadinger Marsch“ gut in das regionale und überregionale Fahrradnetz eingebunden. Touristische Highlights im Gebiet sind das Museum Moorseer Mühle und die Aussichtsplattform „Pumpwerk Waddens“ (s.a.www.kiekpadd.de,www.museum-moorseer-muehle.de. Das LSG dient dem Schutz desEU-Vogelschutzgebietes V65 "Butjadingen".
Das FFH-Gebiet „Böhme“ umfasst den gleichnamigen Bach- bzw. kleinen Flusslauf zwischen Heber und der Ortschaft Böhme sowie die Unterläufe einiger Nebenbäche. Das Quellgebiet der Böhme liegt innerhalb des FFH-Gebiet 070 „Lüneburger Heide“ im Pietzmoor. Sie durchfließt den Naturraum Südheide zunächst in südlicher, später in südwestlicher Richtung, um dann in der Aller-Talsandebene bei Böhme in die hier als FFH-Gebiet 090 „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ ausgewiesene Aller zu münden. Über weite Strecken entspricht die Böhme dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Sie ist, auch durch die Anbindung an das Fließgewässernetz der Aller, ein bedeutender Lebensraum für die Groppe, einen am Gewässergrund lebenden Kleinfisch,sowieeinige besonders geschützte Arten wie Fluss- und Bachneunauge. Auch für den Fischotter und verschiedene Libellenarten wie die Grüne Flussjungfer sind die Habitate in und an dem kleinen mäandernden Geestfluss bedeutsam. Die Böhme wird unter anderem von naturnahen Auenwäldern mit Erlen und Eschen begleitet, die insbesondere am Oberlauf größere Bestände ausbilden und zur Strukturvielfalt in der Aue beitragen. In einigen Bereichen trennt ein schmaler Saum feuchter Hochstaudenfluren den Bachlauf von der überwiegend durch weite Grünlandflächen geprägten Niederungslandschaft. Neben Intensivgrünland und nährstoffreichen Nasswiesen haben sich unter extensiver Nutzung auch magere Flachland-Mähwiesen erhalten. Insbesondere am Unterlauf liegen mehrere naturnahe und nährstoffreiche Stillgewässer. Bei Bad Fallingbostel hat sich die sonst von flachwelligen Geestböden begleitete Böhme vergleichsweise tief in die Geländeoberfläche eingeschnitten. Hier kommen auf lehmigen, teils basenreichen Hängen, zum Beispiel an der Lieth, naturnahe Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwälder vor. Weitere charakteristische Lebensräume der niedersächsischen Geest finden sich in zumeist kleineren Vorkommen entlang der Böhme: Trockene, von Besenheide geprägte Zwergstrauchheiden, vereinzelte Wacholderbestände, bodensaure Eichenwälder sowie kleinflächig vermoorte Bereiche mit Moorwäldern oder, bei Huckenrieth, mit lebenden Hochmooren und dystrophen Stillgewässern ergänzen die typischen Auenlebensräume und schaffen eine Habitatvielfalt, von der verschiedenste Tier- und Pflanzenarten profitieren.
Das FFH-Gebiet „Gehn“ umfasst Teile des gleichnamigen Höhenzugs nordwestlich von Bramsche. Nicht zum FFH-Gebiet gehören große zusammenhängende Nadelforsten und ein noch genutzter Steinbruch. Der Gehn gehört zu den nördlichen Ausläufern des Osnabrücker Berg- und Hügellands. Die Niederung der Hase trennt ihn vom südöstlich liegenden Wiehengebirge. Dennoch weisen die beiden Höhenzüge eine einheitliche Geologie auf, bestehen sie doch beide vorwiegend aus Gesteinen des Jura, eines Systems des Erdmittelalters. Zwischen größeren Nadel- und Mischwaldbeständen findet sich im Gebiet eine Vielfalt verschiedener wertvoller Lebensräume: Bodensaure Buchenwälder, teils mit der atlantisch verbreiteten Stechpalme in der Strauchschicht, sind auch aufgrund ihrer langen Habitatkontinuität – befinden sie sich doch auf einem sogenannten alten Waldstandort – von besonderer Bedeutung für verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. In lichten Altholzbeständen mit einem hohen Totholzanteil findet unter anderem der streng geschützte Hirschkäfer geeignete Habitate. Auch die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr kommen in den naturnahen Laubwäldern vor. Schmale Bachläufe, deren Quellen zumeist an den Hängen des Gehn liegen, entsprechen abschnittsweise dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Sie werden meist von einem Saum aus Erlen und Eschen begleitet. Weitere Feuchtwälder finden sich auf stauwasserbeeinflussten Standorten; hier wachsen strukturreiche Eichen- und Hainbuchenwälder. Eingebettet in die Wälder liegen vereinzelte Stillgewässer, in welchen unter anderem der Kammmolch vorkommen kann. Neben den Wäldern finden sich im Gehn einige wertvolle Offenlandbiotope, von welchen unter anderem verschiedene Reptilienarten wie Schlingnatter und Zauneidechse profitieren. So kommen zerstreut Zwergstrauchheiden, Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie magere Flachland-Mähwiesen vor. Von besonderer Bedeutung sind vereinzelte kalkreiche Niedermoore sowie ein Quellgebiet, in welchem kalkhaltiges Wasser an die Oberfläche tritt und durch den Ausfall von Kalk die charakteristischen Strukturen der Kalktuffquellen schafft. In solchen Feuchtbiotopen finden einige stark gefährdete Pflanzenarten, zum Beispiel die Schuppenfrüchtige Gelb-Segge, geeignete Standortbedingungen.