Umweltinformationen werden gesucht. Bitte warten...
Filter
filter_list
Filter einstellen
Begrenze die Suche räumlich
search
21.310
Ergebnisse
21.310
Ergebnisse
Anzeigen:
Hämeler Wald und Sohrwiesen
Bei dem Gebiet handelt es sich überwiegend um einen naturnahen Laubwald, im süd-westlichen Bereich schließen sich Grünlandflächen der Sohrwiesen an. Der Wald zählt zu den größten Laubwaldgebieten im gesamten Weser-Aller-Flachland. Er liegt auf einem historischen Waldstandort, der nach heutigem Kenntnisstand niemals als Acker oder Grünland genutzt wurde und entsprechende naturnahe Waldbodenstrukturen aufweist. Der nördlich der A 2 liegende Teilbereich ist großflächig durch Aufforstungen geprägt. Eingebettet finden sich auch naturnah ausgeprägte Eichen- und Hainbuchenmischwälder feuchter, basenarmer Standorte. Der mittlere Teilbereich wird durch ein naturnahes Mosaik unterschiedlicher Waldgesellschaften geprägt, wobei Eichen- und Hainbuchenmischwälder in feuchten oder nassen Ausprägungen dominieren, aber auch bodensaure Eichenmischwälder armer, feuchter Sandböden vorkommen. Der südliche Teilbereich ist ebenfalls durch vielfältige und naturnahe Laubwaldgesellschaften charakterisiert. Entlang des Baches „Riede“ finden sich Bruchwälder bzw. Erlen- und Eschenwälder. Auch in diesem Bereich sind naturferne Nadelforste und Laubaufforstungen eingestreut. Im Bereich der Sohrwiesen im Südwesten des Gebietes findet sich ein vielfältiger Wechsel von Grünland und Waldbeständen, in die auch Verlandungsbereiche nährstoffreicher Stillgewässer und Röhrichtbestände eingestreut sind. Hervorzuheben sind insbesondere die sehr wertvollen, artenreichen Pfeifengraswiesen. Im Bereich der Sohrwiesen finden sich auch einzelne naturnahe nährstoffreiche Stillgewässer. Das NSG beinhaltet eine Vielzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten. Hierzu zählen u. a. unterschiedliche Orchideenarten, Färber-Scharte und Wiesen-Silge, Amphibien wie Kammmolch und Laubfrosch sowie Fledermausarten wie Großes Mausohr, Abendsegler und Breitflügelfledermaus. In den Wäldern finden sich Vorkommen u. a von Rotmilan, Wespenbussard, Hohltaube sowie Schwarz- und Grünspecht. In den extensiv genutzten Bereichen der Sohrwiesen brüten u. a. Kiebitz und Neuntöter. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 346 "Hämeler Wald". Zuständig ist dieRegion Hannoverals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das FFH-Gebiet „Moore und Wälder im Hochsolling, Hellental“ liegt im nordöstlichen Solling, einem markanten Mittelgebirge im Weser-Leinebergland. Der aus Buntsandstein aufgebaute Solling ist überwiegend von bodensauren Laubwäldern und Nadelforsten bestanden und wird dem Naturraum Solling, Bramwald und Reinhardswald zugeordnet. Im Gebiet wachsen ausgedehnte, naturnahe Hainsimsen-Buchenwälder, die unter anderem als Jagdrevier von dem Großen Mausohr, einer streng geschützten Fledermausart, genutzt werden. Auch die seltene und scheue Wildkatze profitiert von den alt- und totholzreichen Buchenwäldern. Die weitläufigen Laubwälder des Gebiets sind durchsetzt von Hoch- und Niedermoorflächen. Insbesondere das Mecklenbruch im Westen des Gebiets zeichnet sich durch naturnahe Hochmoorstrukturen mit lebendem Hochmoor, Übergangs- und Schwingrasenmooren, Moorwäldern, renaturierungsfähigen, degradierten Hochmoorflächen sowie kleinen dystrophen Stillgewässern aus. Hier befindet sich das Quellgebiet der Helle, die in nordöstlicher Richtung das Hellental durchfließt und bei Merxhausen in den Spüligbach mündet. Entlang des Bachlaufs sind stellenweise Auenwälder mit Erlen und Eschen ausgebildet. Geologische Besonderheiten im Gebiet stellen sogenannte Bachschwinden dar: Begünstigt durch hier anstehende wasserlösliche Kalkschichten versickert die Helle und fließt über kurze Strecken verborgen im Untergrund. Das Hellental – eine Grabenstruktur, in der im Gegensatz zu den aus Buntsandstein aufgebauten Hochlagen des Sollings teils stark zerklüfteter Muschelkalk im Untergrund dominiert – ist vor allem durch verschiedene Offenbiotope gekennzeichnet. Insbesondere artenreiche Borstgrasrasen mit seltenen Pflanzenarten wie Wald-Läusekraut sowie magere Flachland-Mähwiesen stellen wertvolle Habitate dar. Kleinflächig kommen auf den basenreichen Böden der Talhänge auch Waldmeister-Buchenwälder vor. Das Gebiet ist nicht nur für den Schutz von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie wichtig, sondern auch für die Vogelwelt gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie von Bedeutung. Eine Beschreibung hierzu findet sich auf der oben verlinkten Webseite zum EU-Vogelschutzgebiet V55 „Solling“.
Das Tote Moor ist mit ca. 2.300 ha das größte Hochmoor der Region Hannover. Es ist durch naturnahe, offene Hochmoorlebensräume, großflächige Hochmoorregenerationsflächen unterschiedlicher Stadien, Torfabbauflächen sowie teilweise gut ausgeprägte Birken- und Kiefernmoorwälder gekennzeichnet. Die bereits vor Jahrzehnten aufgelassenen bäuerlichen Handtorfstiche und die großflächig renaturierten industriellen Torfabbauflächen entwickeln sich je nach Erfolg der Wiedervernässung zu Moordegenerationsstadien oder in Richtung naturnaher Hochmoorflächen. Die noch verbliebenen industriellen Torfabbauflächen werden nach Beendigung des zulässigen Bodenabbaus mit dem Ziel der Hochmoorregeneration hergerichtet. Die tief liegenden Randbereiche des Hochmoores sowie sein Übergang zum Niedermoor werden durch großflächige und überwiegend naturnahe Feucht- und Nasswälder geprägt. Im Norden und Westen geht das Hochmoor in die Sandgeest über. Sandheiden und Sand-Trockenrasen sind hier teilweise hervorragend ausgeprägt. Vor allem im Norden und Osten des NSG wachsen teils gut ausgeprägte naturnahe Laubwälder auf mittleren und trockenen Standorten. Zu nennen sind vor allem die Eichen-Mischwälder auf Sandböden und auf mäßig basenreichen Standorten am Ostrand des Toten Moores sowie Kiefernwälder auf armen Sandböden am Nordrand der Niederung. Südlich des Toten Moores erstreckt sich die weitgehend offene Grünlandniederung der Großenheidorner Wiesen. Hier liegen bedeutende Vorkommen von Feucht-, Nass- sowie artenreichem mesophilen Grünland. Dieses Grünland bietet Lebensraum etwa für eine Vielzahl gefährdeter Vogel- und Heuschreckenarten. Eingestreute Kleingewässer bereichern den Lebensraum und bieten z.B. Amphibien Laichmöglichkeiten. Das NSG umfasst auch einen Teil der Wasserfläche am Ostufer des Steinhuder Meeres mit ihrem naturnahen Übergang in ausgedehnte Niedermoor- und Röhrichtflächen, die landseitig in Sumpfgebüsche und Bruchwälder übergehen. Die ungestörte Wasserfläche des Steinhuder Meeres sowie bei niedrigem Wasserstand frei fallende Sandbänke sind bedeutende Ruhe- und Nahrungsflächen für Brut- und Rastvögel. In den störungsarmen Uferflächen brüten zahlreiche Vogelarten. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 094 "Steinhuder Meer"und desEU-Vogelschutzgebietes V42 "Steinhuder Meer". Zuständig ist die untere Naturschutzbehörde bei derRegion Hannover. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...
Das Schutzgebiet ist Bestandteil der zum Osnabrücker Osning gehörenden sogenannten Hüggelberge und dem Hauptzug des Teutoburger Waldes nördlich vorgelagert. Es repräsentiert typische Ausschnitte der durch die bewaldeten Höhenzüge des Teutoburger Waldes geprägten Mittelgebirgslandschaft des westniedersächsischen Berglandes im Übergang zur Münsterländischen Tieflandbucht. Die Bereiche sind insgesamt durch große Höhenunterschiede und eine hohe Reliefenergie gekennzeichnet. Diese ist zum großen Teil Ergebnis früherer Bergbau- und Steinbruchtätigkeit mit den damit verbundenen Abgrabungen und Haldenschüttungen. Charakteristisch und für den Naturraum eine Besonderheit in der Größe und Ausprägung sind die Sekundärwälder, die sich in den ehemaligen Abbaugebieten z. T. seit über 60 Jahren ungestört ohne Nutzung entwickelt haben. In ehemaligen Tagebauen hat sich aufgrund des feucht-kühlen Kleinklimas eine schluchtwaldähnliche Vegetation mit großen Beständen des dafür typischen Hirschzungen-Farns entwickelt. Wegen der Bergbau- und Steinbruchtätigkeit mit den damit verbundenen Materialumlagerungen sind keine großflächig ungestörten Böden mehr vorhanden. Es ist ein z. T. kleinflächig miteinander verzahntes Mosaik aus überwiegend flachgründigen kalkhaltigen und sauren Böden vorhanden, das sich auch in der Artenzusammensetzung der Pflanzen widerspiegelt. In Abhängigkeit von diesen Faktoren kommen im Gebiet mesophile Buchen- und Kalkbuchenwälder sowie bodensaure Buchenwälder in unterschiedlichen Ausprägungen vor. Die Buchenwälder des Schutzgebietes gehören zu den nordwestlichsten Ausläufern der biogeografisch kontinentalen Region. Neben den naturnahen Laubwäldern nehmen auch Laubwälder mit anteilig nicht gebietsheimischen Laubholzarten und Nadelholzbestände aus Fichten-, Douglasien, Lärchen und Kiefern größere Flächen ein. Vereinzelt sind noch Wallhecken mit alten, landschaftsbildprägenden Bäumen vorhanden Wertgebend für das Schutzgebiet sind zudem ehemalige Bergwerksstollen, die eine überregionale Bedeutung als Winter- und Schwärmquartiere für Fledermäuse haben. Die Wälder des Schutzgebietes sind zugleich ein bedeutsamer Lebensraum für andere waldcharakteristische Tierarten. Das LSG dient dem Schutz des FFH-Gebietes 354 "Hüggel, Heidhornberg und Roter Berg". Zuständig ist derLandkreis Osnabrückals untere Naturschutzbehörde.
Das FFH-Gebiet „Böhme“ umfasst den gleichnamigen Bach- bzw. kleinen Flusslauf zwischen Heber und der Ortschaft Böhme sowie die Unterläufe einiger Nebenbäche. Das Quellgebiet der Böhme liegt innerhalb des FFH-Gebiet 070 „Lüneburger Heide“ im Pietzmoor. Sie durchfließt den Naturraum Südheide zunächst in südlicher, später in südwestlicher Richtung, um dann in der Aller-Talsandebene bei Böhme in die hier als FFH-Gebiet 090 „Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker“ ausgewiesene Aller zu münden. Über weite Strecken entspricht die Böhme dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Sie ist, auch durch die Anbindung an das Fließgewässernetz der Aller, ein bedeutender Lebensraum für die Groppe, einen am Gewässergrund lebenden Kleinfisch,sowieeinige besonders geschützte Arten wie Fluss- und Bachneunauge. Auch für den Fischotter und verschiedene Libellenarten wie die Grüne Flussjungfer sind die Habitate in und an dem kleinen mäandernden Geestfluss bedeutsam. Die Böhme wird unter anderem von naturnahen Auenwäldern mit Erlen und Eschen begleitet, die insbesondere am Oberlauf größere Bestände ausbilden und zur Strukturvielfalt in der Aue beitragen. In einigen Bereichen trennt ein schmaler Saum feuchter Hochstaudenfluren den Bachlauf von der überwiegend durch weite Grünlandflächen geprägten Niederungslandschaft. Neben Intensivgrünland und nährstoffreichen Nasswiesen haben sich unter extensiver Nutzung auch magere Flachland-Mähwiesen erhalten. Insbesondere am Unterlauf liegen mehrere naturnahe und nährstoffreiche Stillgewässer. Bei Bad Fallingbostel hat sich die sonst von flachwelligen Geestböden begleitete Böhme vergleichsweise tief in die Geländeoberfläche eingeschnitten. Hier kommen auf lehmigen, teils basenreichen Hängen, zum Beispiel an der Lieth, naturnahe Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwälder vor. Weitere charakteristische Lebensräume der niedersächsischen Geest finden sich in zumeist kleineren Vorkommen entlang der Böhme: Trockene, von Besenheide geprägte Zwergstrauchheiden, vereinzelte Wacholderbestände, bodensaure Eichenwälder sowie kleinflächig vermoorte Bereiche mit Moorwäldern oder, bei Huckenrieth, mit lebenden Hochmooren und dystrophen Stillgewässern ergänzen die typischen Auenlebensräume und schaffen eine Habitatvielfalt, von der verschiedenste Tier- und Pflanzenarten profitieren.
Das FFH-Gebiet „Gehn“ umfasst Teile des gleichnamigen Höhenzugs nordwestlich von Bramsche. Nicht zum FFH-Gebiet gehören große zusammenhängende Nadelforsten und ein noch genutzter Steinbruch. Der Gehn gehört zu den nördlichen Ausläufern des Osnabrücker Berg- und Hügellands. Die Niederung der Hase trennt ihn vom südöstlich liegenden Wiehengebirge. Dennoch weisen die beiden Höhenzüge eine einheitliche Geologie auf, bestehen sie doch beide vorwiegend aus Gesteinen des Jura, eines Systems des Erdmittelalters. Zwischen größeren Nadel- und Mischwaldbeständen findet sich im Gebiet eine Vielfalt verschiedener wertvoller Lebensräume: Bodensaure Buchenwälder, teils mit der atlantisch verbreiteten Stechpalme in der Strauchschicht, sind auch aufgrund ihrer langen Habitatkontinuität – befinden sie sich doch auf einem sogenannten alten Waldstandort – von besonderer Bedeutung für verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. In lichten Altholzbeständen mit einem hohen Totholzanteil findet unter anderem der streng geschützte Hirschkäfer geeignete Habitate. Auch die Bechsteinfledermaus und das Große Mausohr kommen in den naturnahen Laubwäldern vor. Schmale Bachläufe, deren Quellen zumeist an den Hängen des Gehn liegen, entsprechen abschnittsweise dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Sie werden meist von einem Saum aus Erlen und Eschen begleitet. Weitere Feuchtwälder finden sich auf stauwasserbeeinflussten Standorten; hier wachsen strukturreiche Eichen- und Hainbuchenwälder. Eingebettet in die Wälder liegen vereinzelte Stillgewässer, in welchen unter anderem der Kammmolch vorkommen kann. Neben den Wäldern finden sich im Gehn einige wertvolle Offenlandbiotope, von welchen unter anderem verschiedene Reptilienarten wie Schlingnatter und Zauneidechse profitieren. So kommen zerstreut Zwergstrauchheiden, Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie magere Flachland-Mähwiesen vor. Von besonderer Bedeutung sind vereinzelte kalkreiche Niedermoore sowie ein Quellgebiet, in welchem kalkhaltiges Wasser an die Oberfläche tritt und durch den Ausfall von Kalk die charakteristischen Strukturen der Kalktuffquellen schafft. In solchen Feuchtbiotopen finden einige stark gefährdete Pflanzenarten, zum Beispiel die Schuppenfrüchtige Gelb-Segge, geeignete Standortbedingungen.
Este, Bötersheimer Heide, Glüsinger Bruch und Osterbruch
Das FFH-Gebiet „Este, Bötersheimer Heide, Glüsinger Bruch und Osterbruch“ umfasst den Lauf der Este zwischen Welle und Buxtehude sowie weitere wertvolle Lebensräume unter anderem im Glüsinger Bruch und im Osterbruch östlich von Tostedt, am Dohrener Mühlenbach und in der Bötersheimer Heide südlich von Hollenstedt. Die Este, ein kleiner Geestfluss, durchfließt in nordwestlicher Richtung die Naturräume Hohe Heide und Zevener Geest, tritt jenseits der FFH-Gebietsgrenze in Buxtehude in den Naturraum Stader Elbmarschen ein und mündet nach der Durchquerung des hier beginnenden Alten Lands in die Elbe. Die Este und die Unterläufe ihre Nebenbäche entsprechen im Gebiet vorwiegend dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation. Trotz einiger Beeinträchtigungen sind sie wertvolle Habitate für mitunter streng geschützte Tierarten. So kommen in den Fließgewässern die beiden anadromen, das heißt zum Laichen vom Meer in die Flüsse und Bäche wandernden Arten Fluss- und Meerneunauge sowie das dauerhaft im Süßwasser lebende Bachneunauge vor. Auch der Fischotter findet an dem naturnahen Geestfluss geeignete Lebensräume. Flussbegleitend sind unter anderem strukturreiche Auenwälder mit Erlen und Eschen sowie kleinflächige Hochstaudenfluren ausgebildet, obwohl die Niederungslandschaft insbesondere von weiten, teils intensiv, teils auch extensiv genutzten Grünlandflächen dominiert wird. Einige dieser Flächen werden dem Lebensraumtyp der mageren Flachland-Mähwiesen zugeordnet. Auch im Glüsinger Bruch und im Osterbruch ist wertvolles Grünland zu finden; prägend sind aber die auf überwiegend stauwasserbeeinflussten Böden wachsenden Laubwälder: Feuchte Eichen-Hainbuchenwälder kommen hier im Komplex mit Bruchwäldern und alten bodensauren Eichenwäldern vor. Letztere sind im gesamten Gebiet, oft im Übergang von der Aue zum Geestrand, in kleineren oder größeren Beständen ausgebildet. Nutzungsbedingt haben sich auf nährstoffarmen Sanden, zum Beispiel in der Bötersheimer Heide, trockene Heiden mit Besenheide erhalten. Auf basenreicheren Geestböden kommt mit dem streng geschützten Vorblattlosen Leinblatt eine botanische Besonderheit vor – an der Este befindet sich niedersachsenweit das einzige Vorkommen dieser sehr seltenen, unauffälligen Pflanze. Immer wieder haben sich entlang der Este auch anmoorige bis moorige Standorte entwickelt, welche teilweise von Moorwäldern bestanden sind. Insbesondere zwischen Moisburg und Buxtehude ist die Aue der hier in die Geestsande eingetieften Este von Niedermoorböden geprägt, die sich in dem Moorgürtel zwischen Geestrand und Elbmarschen fortsetzen.
Das FFH-Gebiet „Gildehauser Venn“ liegt im südwestlichsten Zipfel Niedersachsens an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen und wird dem Naturraum Westmünsterland zugeordnet. Eingebettet in landwirtschaftlich genutzte Flächen und kleine Forsten liegen ausgedehnte Moor- und Heidebiotope mit einer Vielzahl von teils natürlich entstandenen Stillgewässern, die dem Gebiet eine hohe Bedeutung für den Schutz verschiedenster Tier- und Pflanzenarten nährstoffarmer Lebensräume verleihen. Über den vorherrschenden Sandböden entwickelten sich im Gebiet insbesondere im westlichen Teil Hochmoore, die heute jedoch aufgrund von Entwässerung und Abtorfung nur noch in Relikten vorkommen. Die Talsande wurden partiell zu Binnendünen aufgeweht; in Ausblasungsmulden konnten sich Stillgewässer ausbilden. Im Gildehauser Venn bildet das Nebeneinander von Gewässern sowie von sehr trockenen, feuchten und moorigen Standorten ein kleinräumiges Mosaik verschiedener Habitate. Den größten Flächenanteil nehmen feuchte Heiden ein, welche unter anderem durch die Glockenheide, aber auch durch einige seltene Pflanzenarten wie den Lungen-Enzian gekennzeichnet sind. Auf den geringmächtigen Hochmoorböden und in den Verlandungszonen der zahlreichen Gewässer kommen außerdem torfmoosreiche Übergangs- und Schwingrasenmoore sowie nasse Torfmoor-Schlenken vor. Auch kleine Moorwälder wachsen in dem ansonsten aber weitgehend gehölzfreien Gebiet. Die Stillgewässer, die teils als sogenannte Schlatts natürlichen Ursprungs sind oder in ehemaligen Torfstichen liegen, entsprechen je nach Wasserqualität und Lebensgemeinschaften unterschiedlichen Lebensraumtypen. Neben dystrophen, das heißt nährstoffarmen, durch Huminsäuren bräunlich gefärbten Stillgewässern finden sich auch mäßig nährstoffreiche bis nährstoffarme Weiher, die bedeutende Lebensräume für mitunter sehr seltene Pflanzenarten sind. So kommt im Gebiet unter anderem das streng geschützte Froschkraut vor. Auch Tierarten, insbesondere Libellen und Amphibien wie der Moorfrosch profitieren von dem Gewässerreichtum im Gildehauser Venn. Vereinzelt finden sich auf trockenen Böden, zum Beispiel auf flachen, das Gebiet durchziehenden Dünenrücken, weitere Lebensräume wie Zwergstrauchheiden und alte bodensaure Eichenwälder. Zudem liegt das FFH-Gebiet in der Kulisse desIP-LIFE - Projektes "Atlantische Sandlandschaften".
Das FFH-Gebiet „Oste mit Nebenbächen“ umfasst den Lauf der Oste zwischen Sittensen und Bremervörde sowie einige ihrer Nebenbäche mit angrenzenden Lebensräumen und liegt überwiegend im Naturraum Zevener Geest. Die Oste ist zwischen Sittensen und Bremervörde ein mäandrierender, naturnaher Tieflandfluss, der – ebenso wie die im Gebiet liegenden Nebenbäche – über weite Strecken dem Lebensraumtyp der Fließgewässer mit flutender Wasservegetation entspricht. Die Bäche und kleinen Flüsse sind durch ihren mäandernden Lauf, ein oft strukturreiches Bach- bzw. Flussbett und angrenzende Auenbiotope bedeutende Lebensräume, zum Beispiel für den Fischotter oder für Libellen wie die Grüne Flussjungfer. Insbesondere für anadrome, das heißt zum Laichen vom Meer in die Flüsse und Bäche wandernde Arten wie das Flussneunauge ist die Oste mit Anbindung an das Flusssystem der Elbe von großer Bedeutung. Andere Tierarten im Gebiet sind unter anderem Rapfen und Steinbeißer, zwei ebenfalls europaweit bedeutsame Fischarten, sowie das dauerhaft im Süßwasser lebende Bachneunauge. Entlang der kleinen Flüsse und Bäche haben sich zumeist grundwasserbeeinflusste Auenböden und, vor allem am Bachlauf der Bever, Niedermoore entwickelt. Die Fließgewässer werden zum Teil von einem schmalen Saum feuchter Hochstaudenfluren begleitet. Auf den nährstoffreichen Standorten in der Osteniederung prägen heute Grünlandflächen wie Nasswiesen, magere Flachland-Mähwiesen, aber auch artenarmes Intensivgrünland das Landschaftsbild. Als charakteristische Auenlebensräume finden sich im Gebiet Auenwälder mit Erlen und Eschen oder Weiden, die an der Oste oft in nur kleinen Beständen oder fragmentarisch ausgebildet sind, an einigen Nebenbächen wie dem Obeck oder dem Knüllbach aber über weite Strecken die Ufer säumen. Andere naturnahe Lebensräume in der Osteniederung sind kleine Hartholzauenwälder. Verstreut kommen im Gebiet nährstoffreiche Stillgewässer vor – geeignete Habitate für verschiedene Amphibienarten wie Kammmolch, Laubfrosch sowie Kreuz- und Knoblauchkröte. Der sich an die Aue anschließende und trockenere Geestrand ist teilweise von alten bodensauren Eichenwäldern und Hainsimsen-Buchenwäldern bestanden. Auf Hochmoortorfen, zum Beispiel rechts der Twiste bei Seedorf, wachsen sekundäre Moorwälder. Auch renaturierungsfähige und lebende Hochmoore sowie Übergangs- und Schwingrasenmoore sind in den kleinen Hochmooren zu finden. Einige teilweise in das Gebiet einbezogene Waldgebiete wie der Bevener Wald oder der Hollen am Hollenbeck werden von feuchten Eichen-Hainbuchenwäldern auf stauwasserbeeinflussten Böden dominiert.
Das Naturschutzgebiet umfasst den untersten Abschnitt der Oker zwischen Meinersen und dem Okerwehr bei Müden-Dieckhorst, kurz vor der Mündung in die Aller. Die potenziell-natürliche Vegetation des Gebietes besteht aus dem Stieleichen-Auwaldkomplex. Auwald nimmt heute aber im Gebiet weniger als 0,1 ha ein. Das Hauptaugenmerk für die Schutzbestrebungen liegt auf dem FFH-Lebensraumtyp 6510 „Magere Flachland-Mähwiesen“, der mit 12,3 % Flächenanteil mehr als dreimal so weit verbreitet vorkommt wie der Lebensraum „Grünlandkomplexe mittlerer Standorte“ im Gesamtgebiet von Aller, Leine und Oker. ¾ dieser Flächen befanden sich vor der Unterschutzstellung in einem guten, ¼ in einem mäßigen bis schlechten Erhaltungszustand. Die Oker mäandriert in der oberen Hälfte des NSG noch natürlich. Im unteren Teil wurde sie bereits im 19. Jahrhundert begradigt. Die Gewässergüte der Oker gilt als mäßig belastet und der Fluss wird der Strukturgüteklasse 4 (deutlich verändert) bis 5 (stark verändert) zugerechnet. Zum FFH-Lebensraumtyp 3260 „Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und Callitricho-Batrachion“ muss sie deshalb in diesem Abschnitt erst entwickelt werden. In der Oker wurden die Grüne Flussjungfer und die Gemeine Keiljungfer nachgewiesen, sie ist Wanderkorridor und Lebensraum des Fischotters sowie Lebensraum von zehn gefährdeten bis stark gefährdeten Fischarten. Die aquatische Durchgängigkeit des Flussabschnittes im Längsverlauf ist seit 2003 durch einen Fischpass in Müden-Dieckhorst und seit 2005 in Meinersen durch ein für die gesamte Wasserfauna geeignetes Umgehungsgerinne gewährleistet. Der Abstieg ist in Müden-Dieckhorst durch ein sehr effektives Fluchtrohr und in Meinersen durch ein noch optimierungsbedürftiges bodennahes Fluchtrohr erleichtert. Auf Grund des hohen Ackeranteils in diesem Talabschnitt ist seine Bedeutung für die Vogelwelt eher gering. Hervorzuheben sind aber Brutplätze des Weißstorchs in Ahnsen und Dieckhorst, für die das Gebiet als Nahrungshabitat besonders wertvoll ist. Das NSG dient dem Schutz desFFH-Gebietes 090 "Aller (mit Barnbruch), untere Leine, untere Oker". Zuständig ist derLandkreis Gifhornals untere Naturschutzbehörde. Wählen Sie in der Infospalte weitere Informationen über das Gebiet aus...