Das LBEG führte vom Juli 2015 bis Mai 2017 eine systematische Kampagne zur Untersuchung von Bodenbelastungen im Umfeld von Erdgasförderplätzen durch. Insgesamt wurden 200 der 455 aktiven Erdgasförderplätze in Niedersachsen beprobt und auf mögliche Belastungen durch Schwermetalle, unterschiedliche Kohlenwasserstoffe, Dioxine und Furane untersucht. Außerdem wurde an ausgewählten Plätzen die spezifische Radioaktivität gemessen. Das Programm berücksichtigte alle Landkreise, in denen sich Erdgasförderplätze befinden. Neben dem Landkreis Rotenburg/Wümme waren das Standorte in den Landkreisen Aurich, Celle, Cloppenburg, Diepholz, Emsland, Grafschaft Bentheim, Heidekreis, Leer, Nienburg, Oldenburg, Vechta und Verden sowie in der Stadt Emden und der Region Hannover. Die Förderplätze wurden so ausgewählt, dass in jedem Landkreis ein ungefähr gleicher Anteil der insgesamt vorhandenen Förderplätze untersucht wurde (ca. 40%). Alle Untersuchungen erfolgten nach den rechtlichen Vorgaben der Bundes-Bodenschutzverordnung. Die Ergebnisse stellte das LBEG am 15. Mai 2017 im Rahmen einer Pressekonferenz vor. Der Endbericht liegt zum Download vor. Auf Basis der erarbeiteten Ergebnisse wurde u. a. vorgeschlagen, an allen Erdgasförderplätzen, die in Oberflächengewässer entwässern (insbesondere den Plätzen, die im Rahmen des o. g. Projektes (AG Hg I) nicht untersucht wurden), weitere Sedimentuntersuchungen durchzuführen. Die Sedimentuntersuchungen sind erforderlich, weil im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen (AG Hg I) auffallend häufig Überschreitungen der Schwellenwerte (OW) in Sedimenten entwässerungsrelevanter Oberflächengewässer festgestellt wurden. Im Zuge der weiterführenden Sedimentuntersuchungen wurden im Sommer 2018 im Umfeld von insgesamt 42 Erdgasförderplätzen weitere orientierende Untersuchungen durchgeführt. Die Probenahme wurde an den Einleitstellen sowie im An- und Abstrom der Einleitstellen bzw. der Erdgasförderplätze sowohl in trockenen Gräben als auch in Oberflächengewässern durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im November 2018 vorgelegt und im Endbericht zu den weiterführenden Sedimentuntersuchungen zusammengefasst (http://www.lbeg.niedersachsen.de/startseite/boden_grundwasser/schadstoffmessungen/untersuchungen_im_umfeld_von_erdgasfoerderplaetzen/untersuchungen-im-umfeld-von-erdgasfoerderplaetzen-135742.html).
public
Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Biotopentwicklungspotenzial
Die Auswertung Biotopentwicklungspotenzial auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt die Standorteignung für die Etablierung seltener, an extreme Bedingungen angepasster Vegetationsgesellschaften. Für die Entwicklung einer spezialisierten Vegetation sind besondere Standorteigenschaften notwendig. Auf extrem nassen, trockenen, nährstoffarmen, sauren und kalkhaltigen Standorten kann sich eine für die jeweiligen Bedingungen angepasste Vegetation entwickeln, die selten und damit besonders schützenswert ist. Zur Kennzeichnung der speziellen Standorteigenschaften werden ausgewählte Bodenkennwerte herangezogen. Das Bodenfeuchteregime (nasse oder trockene Standorte) wird durch Grund- und Stauwasserstufe sowie nutzbare Feldkapazität charakterisiert, die zusammengefasst über die bodenkundliche Feuchtestufe eingestuft werden. Kationenaustauschkapazität und Pufferbereich dienen als Maß für Nährstoffversorgung und Versauerung. Der pH-Wert, der auch in die Berechnung der KAKeffWe einfließt, entspricht dem mittleren standortspezifischen Versauerungsgrad unter Wald. Die Auswertung auf Grundlage der Leitprofile der BK50 kann für die Bodenfunktionsbewertung und weitere Planungsvorhaben insbesondere in der Landespflege und Umweltplanung eingesetzt werden.
public
Bodenkundliche Übersichtskarte von Niedersachsen und Bremen 1 : 500 000
Basis der bodenkundlichen Fachbeiträge zum Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) war die digital umgesetzte Bodenkundliche Standortkarte von Niedersachsen 1 : 200 000 (BUEK200). Ausgehend von diesem landesweit einheitlichen Kartenwerk wurde danach durch Einarbeitung weiterer Archivunterlagen und zusätzlicher Geländeerhebungen eine wesentliche räumliche und inhaltliche Differenzierung in Form der BUEK50 erreicht. Diese wird zunächst als hinreichende bodenkundliche Planungsgrundlage für die Regionalebene angeboten. Der Vorteil dieses Verfahrens der weiteren Differenzierung eines vorliegenden Kartenwerkes liegt in der durchgängigen Vergleichbarkeit von BUEK200 und BUEK50. Für jede ausgewiesene Fläche in der BUEK50 existiert die Beschreibung eines typischen Profilaufbaues, der für weitere Auswertungen herangezogen werden kann. Die ausgewiesenen Bodeneinheiten der Bodenübersichtskarte enthalten Angaben zum Aufbau des in der Fläche am meisten verbreiteten Bodenprofils und zu den Horizonten, aus denen sich das Profil zusammensetzt sowie zur überwiegenden Nutzung der ausgewiesenen Flächen, Klassifiziert nach Acker, Grünland und Forst.
Die Auswertung Erodierbarkeit der Böden durch Wind auf Basis der Bodenschätzung von Niedersachsen 1 : 5 000 (BS5), übersetzt (Basismodell), zeigt die potenzielle Anfälligkeit des unbedeckten Bodens gegenüber Mobilisierung und Abtrag von Bodenpartikeln durch Windeinwirkung. Böden sind abhängig von ihrer Zusammensetzung unterschiedlich anfällig gegenüber dem Bodenabtrag durch Wind. Die Erodierbarkeit der Oberböden von ackerbaulich genutzten Moor- und organischer Muddenböden (Hochmoor- [Hh*] oder Niedermoortorfe [Hn*]) wird grundsätzlich als „sehr hoch“ eingestuft. Die Oberböden von Tiefkulturen auf Sand (z. B. tiefgepflügte Podsole = Heidekulturen) und Sandmischkulturen werden ebenfalls als „sehr hoch“ erodierbar (Stufe 5) eingestuft. Die Karte stellt eine Auswertung der Erodierbarkeit der Böden durch Wind für landwirtschaftliche Flächen in Niedersachsen auf Grundlage der BS5 dar. Angaben aus Bodenkarten können aufgrund der Heterogenität der Böden detaillierte Standortuntersuchungen nicht ersetzen. In der Regel werden Durchschnittswerte verwendet.
public
Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Retentionskapazität
Die Auswertung Retentionskapazität der Böden auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt die Fähigkeit der Böden Wasser aufzunehmen und es kurz- bis mittelfristig zu speichern und bewertet damit die Rolle des Bodens als Raum für Wasserrückhalt in der Fläche. Böden sorgen dafür, dass das Wasser nicht direkt in die Vorfluter gelangt und nur langsam in das Grundwasser übergeht. Die Retentionskapazität (RK) von Böden ist maßgeblich abhängig von der aktuellen Verfügbarkeit von luftgefülltem Porenraum, welcher das einsickernde Wasser aufnehmen kann. Die Retentionskapazität ergibt sich maßgeblich aus der Summe der Luftkapazität (LK) und der nutzbaren Feldkapazität (nFK). Die tatsächliche aktuelle Retentionsleistung ist u. A. von der Füllung der Mittelporen, der Infiltrationskapazität der Oberfläche und Niederschlagsintensität abhängig. Die Auswertung wird für die Horizonte der Leitprofile der BK50 durchgeführt.
public
Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Grenzflurabstand
Die Auswertung Grenzflurabstand (GFAb) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt den maximalen Abstand zwischen Geländeoberfläche und Grundwasseroberfläche, bis zu dem eine für das Pflanzenwachstum wirksame Wassermenge aus dem Grundwasser noch kapillar in den effektiven Wurzelraum aufsteigt. Der Grenzflurabstand ergibt sich aus der Addition der effektiven Durchwurzelungstiefe (We) und dem Abstand zwischen der Untergrenze der We und dem Grundwasserstand, innerhalb dessen Grundwasser kapillar mit einer Rate von mindestens 0,3 mm/d bei einer Wasserspannung von pF 4 an der Untergrenze der We noch aufsteigen kann. Der Grenzflurabstand wird in dm angegeben. Die Auswertung liegt landesweit für Niedersachsen vor, abgeleitet für die Leitprofile der BK50. Die Werte können für Planungsprozesse oder auch zur Abschätzung der Auswirkungen von Grundwasserabsenkungen genutzt werden.
public
BHKPROFIL - Kohlenstoffreiche Böden in Niedersachsen nach Profilbeschreibung der Bodenkunde
Die Karte stellt die Lagepunkte der im Niedersächsischen Bodeninformationssystem (NIBIS) nachgewiesenen moorkundlichen Standorte dar. Detailangaben zum Profilaufbau und den Merkmalen der jeweiligen Horizonte können abgerufen und grafisch als Bohrsäule angezeigt werden. Aus 70 Jahren Kartierung sind landesweit rund 40.000 Moorkundliche Bohrungen mit insgesamt ca. 180.000 Horizontbeschreibungen unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Erhebungsprojekten erfasst und geben den Zustand zum Zeitpunkt der Aufnahme wieder. Sie bilden mit Angaben zur Torfart und -mächtigkeit, Genese, Grad der Torfzersetzung sowie der anthropogenen Überprägung die Vielzahl der möglichen Ausprägungen von kohlenstoffreichen Böden und deren Varianten ab und stellen eine wesentliche Informationsquelle bereit, die die Beschreibung der Moorgebiete von Schneekloth et al. deutlich ergänzt.
public
Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Grobbodenanteil
Die Auswertung Grobbodenanteil (GBA) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt den mittleren prozentualen Volumenanteil von größeren Bodenbestandteilen, wie Kies, Grus, Steine oder Blöcke, in den Horizonten. Der Grobbodenanteil ist der prozentuale Anteil aller Bodenpartikel mit einem Durchmesser größer als 2 mm (Grobboden bzw. Bodenskelett) am Gesamtboden. Die Anteile der Grobbodenfraktionen werden durch Gemengeanteilsklassen bezogen auf den Gesamtboden gekennzeichnet. Der GBA wird in Vol.-% angegeben. Die Auswertung erfolgt horizontbezogen auf Basis der Leitprofile der BK50. Der Datensatz kann z.B. als Eingangsdatensatz für geowissenschaftliche Modelle genutzt werden. Der tatsächliche Grobbodenanteil am Standort kann maßstabsbedingt abweichen.
Bodenfruchtbarkeit (Ertragsfähigkeit) bezeichnet das natürliche, standörtliche Potenzial eines Bodens für die Biomasseproduktion. Diese wird beeinflusst durch mineralogische, physikalische, chemische und biologische Bodeneigenschaften. Zu den wesentlichen Faktoren zur Beurteilung der Nutzbarkeit eines Bodens als Produktionsstandort gehören die Wasser- und potenzielle Nährstoffversorgung, die Durchwurzelbarkeit und Einschränkungen aufgrund zu feuchter Böden. Zudem werden Moorböden gesondert klassifiziert. Die Ergebnisse sind auf die Bodeneinheit bezogen. Zu- oder Abschläge für flächenspezifische Besonderheiten (z. B. Hangneigung, Waldnutzung) gehen nicht in die Bewertung ein. Die Bewertung erfolgt niedersachsenweit in einer siebenstufigen qualitativen Skala (äußerst gering – äußerst hoch) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen im Maßstab 1:50.000.
Bodenfruchtbarkeit (Ertragsfähigkeit) bezeichnet das natürliche, standörtliche Potenzial eines Bodens für die Biomasseproduktion. Diese wird beeinflusst durch mineralogische, physikalische, chemische und biologische Bodeneigenschaften. Zu den wesentlichen Faktoren zur Beurteilung der Nutzbarkeit eines Bodens als Produktionsstandort gehören die Wasser- und potenzielle Nährstoffversorgung, die Durchwurzelbarkeit und Einschränkungen aufgrund zu feuchter Böden. Zudem werden Moorböden gesondert klassifiziert. Die Ergebnisse sind auf die Bodeneinheit bezogen. Zu- oder Abschläge für flächenspezifische Besonderheiten (z. B. Hangneigung, Waldnutzung) gehen nicht in die Bewertung ein. Die Bewertung erfolgt niedersachsenweit in einer siebenstufigen qualitativen Skala (äußerst gering – äußerst hoch) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen im Maßstab 1:50.000.