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BodenBewegungsdienst Deutschland (BBD) 2019-2023 L2B Descending
Die vielfältige Geologie Deutschlands sowie die sich hieraus ergebende Nutzung sind Ursachen für verschiedenste Bodenbewegungen, wie z.B. Bodenkompaktion, Erdrutsche, Grundwasserentnahme, Erdgasförderung, (Alt-)Bergbau- und Kavernenspeicherbetrieb. Die Produkte des BodenBewegungsdienst Deutschland (BBD) basieren auf SAR Daten der Copernicus Sentinel-1 Mission und einer Persistent Scatterer Interferometrie (PSI) Verarbeitung. Das BBD Portal enthält PSI Daten der gesamten Bundesrepublik Deutschland (ca. 360.000 km²). Die PSI Technologie ermöglicht präzise Messungen von Bewegungen der Erdoberfläche im mm Bereich. Die Messpunkte (Persistent Scatterer, PS) entsprechen bereits am Boden vorhandenen Objekten, wie z.B. Gebäuden, Infrastruktur oder natürlichen Objekten, wie Gesteinen und Schuttflächen. Jeder PS wird durch einen über mehrere Jahre gemittelten Geschwindigkeitswert (ausgedrückt in mm/Jahr) und eine Zeitreihe der Verschiebungen charakterisiert. Für jeden PS kann die Zeitreihe der Verschiebungen von der ersten Sentinel-1 Aufnahme bis zur letzten ausgewerteten Sentinel-1 Aufnahme eingesehen werden. Die PS werden nach der mittleren Geschwindigkeit entlang der Sichtlinie der Sentinel-1 Satelliten, Line of Sight (LOS), gemäß der folgenden Konvention im BBD Portal visualisiert: - die grüne Farbe entspricht den PS, deren mittlere Geschwindigkeit sehr gering ist, zwischen -2,0 und +2,0 mm/Jahr, d.h. im Empfindlichkeitsbereich der PSI Technologie; - in den Farben von gelb bis rot werden diejenigen PS mit negativer Bewegungsrate visualisiert, d.h. Bewegungen vom Satelliten weg; - mit den Farben von türkis bis blau werden diejenigen PS mit positiver Bewegungsrate visualisiert, d.h. PS die sich dem Satelliten nähern. Die Präzision der dargestellten PSI Daten liegt in der Größenordnung von typischerweise +- 2 mm/Jahr für die mittlere Geschwindigkeit in LOS.
Die Auswertung Bodenmieten auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) stellt die Anzahl der benötigten Haufwerke mit Bodenmaterial (Bodenmiete) bei Linienbauwerken dar und ist damit ein relevantes Planungsinstrument für Bauvorhaben. Um nach einer Baumaßnahme einen naturnahen Bodenaufbau wiederherstellen zu können, muss ausgehobenes Bodenmaterial nach seinen unterschiedlichen Eigenschaften getrennt gelagert werden. Je nach vorliegenden Substratschichten bzw. Bodenhorizonten muss entlang einer Baustelle eine entsprechend große Anzahl von Bodenmieten angelegt werden. Die Auswertung Bodenmieten berücksichtigt den Bodenbereich bis 2 Meter unter Geländeoberkante. Humoser Oberboden ist getrennt zu lagern, weshalb dafür grundsätzlich eine Bodenmiete ausgewiesen wird. Für die tieferen Bereiche des Bodens werden Substratwechsel in der Bodenartenhauptgruppe (Sande, Lehme, Schluffe, Tone), sowie Torfe und Grobbodenkomponenten betrachtet. Es muss berücksichtigt werden, dass sich die Auswertung nur auf geogen bedingte Substratdifferenzierungen bezieht. Bei einer bodenkundlichen Baubegleitung im Gelände können weiterhin pedogene Überprägungen identifiziert werden, die eine weitere Aufteilung oder Reduzierung der Anzahl von Bodenmieten bedingen können.
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Schutzwürdige Böden in Niedersachsen 1 : 50 000 - Böden mit hoher natürlicher Bodenfruchtbarkeit
Zu den besonders schutzwürdigen Böden zählen Böden, welche die natürlichen Funktionen sowie die Archivfunktion in besonderem Maße erfüllen. Beeinträchtigungen dieser Funktionen sollen nach Bodenschutzrecht vermieden werden (vgl. §1 BBodSchG). Ein wesentlicher Faktor zur Beurteilung der Lebensraumfunktion eines Bodens ist seine natürliche Fruchtbarkeit. Sie kennzeichnet das Potential des Bodens zur Produktion von Biomasse. Besonders schützenswert werden hierfür Böden erachtet, die mit einer sehr hohen natürlichen Bodenfruchtbarkeit ausgestattet sind. Sie ermöglichen eine Landbewirtschaftung mit geringem Betriebsmitteleinsatz. Diese trägt wiederum zur nachhaltigen Sicherung der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes bei. Die ausgewiesenen besonders schutzwürdigen Böden auf Basis der BK50 stellen maßstabsbedingt Suchräume dar. Diese können bei Bedarf im Rahmen von großmaßstäbigen Kartierungen detaillierter ausdifferenziert werden. Die Methoden zur Ermittlung der Schutzwürdigkeit von Böden in Niedersachsen sind ausführlich in Geoberichte 8 (Bug et al. 2019) beschrieben. Grundlage der Auswertungen ist die Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50). Es handelt sich um Böden mit einer im landesweiten Vergleich hohen bis äußerst hohen Bodenfruchtbarkeit (Stufen 5-7). Um den unterschiedlichen Landschaften Niedersachsens gerecht zu werden, ist die Auswertung nach Bodenregionen differenziert (vgl. Geoberichte 8). Die Auswertung erfolgt mittels der NIBIS®-Auswertungsmethode „Bodenfruchtbarkeit“ (vgl. Geoberichte 19). Sie ermittelt die Bodenfruchtbarkeit auf Basis des Bodenwasserhaushalts und der Nährstoffversorgung eines Standorts. Die Bewertung wird für Acker-, Grünland und Waldböden über den unterschiedlichen effektiven Wurzelraum der Vegetation differenziert vorgenommen. Böden mit einer regional hohen Fruchtbarkeit, die aber im landesweiten Vergleich nur eine mittlere Fruchtbarkeit aufweisen, können mit dieser Herangehensweise nur bedingt erfasst werden. Für regionale oder kommunale Betrachtungen bietet der Geoberichte 26 eine angepasste Methodik.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Verlagerungsgeschwindigkeit des Sickerwassers
Infotext: Die Auswertung Verlagerungsgeschwindigkeit des Sickerwassers unterhalb des effektiven Wurzelraumes auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt, wie schnell Wasser und die darin gelösten Stoffe aus dem Bodenraum (effektive Durchwurzelungstiefe) in das Grundwasser gelangen können. Der Kennwert entspricht dem Quotienten aus Sickerwasserrate (nach TUB-BGR-Verfahren) und der Feldkapazität der ungesättigten Zone unterhalb des effektiven Wurzelraumes (FKUZ) bis zum Grundwasser (mittlerer Grundwasserniedrigstand, MNGW) bzw. bis 2 m Tiefe u. GOK. Zur Berechnung der Auswertung für die Leitprofile der BK50 werden Klimadaten benötigt, die der DWD liefert und die für den Zeitraum 1991 – 2020 gültig sind. Die Bewertung der Verlagerungsgeschwindigkeit erfolgt in einem fünfstufigen System (von „sehr gering“ bis „sehr groß“). Der Kennwert kann zur Abschätzung der Verlagerungsgeschwindigkeit von Nähr- und Schadstoffen in das Grundwasser genutzt und damit bei Planungen im Bereich (Grund-)wasserschutz herangezogen werden. Maßstabsbedingt ist die Aussagekraft für einzelne Parzellen eingeschränkt.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Gesamtporenvolumen im ersten Bodenmeter
Die Auswertung Gesamtporenvolumen im ersten Bodenmeter auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt das Gesamtporenvolumen des Bodens im ersten Meter unter der Geländeoberkante. Die Ableitung erfolgt für die Leitprofile der BK50. Das Gesamtporenvolumen (GPV) beschreibt die Summe des Bodenraums, der von Luft- und Wasservolumen eingenommen wird. Das Porenvolumen stellt einen wichtigen Indikator für Wasserspeichervermögen, Durchlüftung und Durchwurzelungstiefe dar. Das GPV ergibt sich aus der Addition von Luftkapazität und Feldkapazität. Der Kennwert wird in Vol.-% ermittelt und nach einem fünfstufigen System („sehr gering“ bis „sehr hoch“) klassifiziert. Das GPV kann auch für verschiedene Profiltiefen aufsummiert werden, z.B. für die effektive Durchwurzelungstiefe (We) oder die physiologische Gründigkeit (Wp) bzw. die absolute Gründigkeit (Wa). In diesen Fällen erfolgt die Angabe in mm. Die Auswertung kann als Eingangsdatensatz für geowissenschaftliche Modellierungen und zur Beratung zu bodenschutzfachlichen Fragestellungen genutzt werden.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Ertragswirksamer Grenzflurabstand
Die Auswertung Ertragswirksamer Grenzflurabstand (GFAe) auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) beschreibt den maximalen Abstand zwischen Geländeoberfläche und Grundwasser, bis zu dem eine Versorgung der Vegetation durch kapillaren Aufstieg noch ertragswirksam möglich ist. Der GFAe ergibt sich aus der Addition von effektiver Durchwurzelungstiefe (We) und dem Abstand zwischen der Untergrenze der We und dem Grundwasserstand, bei dem in Trockenjahren Grundwasser noch ertragsrelevant kapillar aufsteigen kann (kh~ertrag~). Der Ertragswirksame Grenzflurabstand wird in dm angegeben. Die Auswertung liegt landesweit für Niedersachsen vor und wurde für die Leitprofile der BK50 abgeleitet. Der Kennwert kann für Planungsvorhaben oder auch zur Abschätzung von Auswirkungen durch Grundwasserabsenkungen genutzt werden. Der GFAe wurde insbesondere für eine Betrachtung möglicher Ertragsverluste in der Landwirtschaft aufgrund von entnahmebedingten Grundwasserabsenkungen, z. B. im Rahmen von Wasserrechtsverfahren, konzipiert.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Absolutes Grünland
Die Auswertung Absolutes Grünland zeigt Standorte, auf denen aufgrund von verschiedenen standortabhängigen Einschränkungen nur eine Grünlandnutzung sinnvoll ist. Eine ordnungsgemäße Ackernutzung ist nicht möglich. Die Ackerfähigkeit kann durch den Wasserhaushalt, das Vorhandensein von organischen Böden (Torfe, Mudden), geringe Gründigkeit, die Höhenlage und aufgrund sehr hoher Erosionsgefährdung durch Wind oder Wasser stark eingeschränkt sein. Die Karte stellt eine Auswertung von absoluten Grünlandstandorten auf Basis der BK50 dar und zeigt damit Suchräume mit dem Ziel absolutes und fakultatives Grünland zu differenzieren, um die Möglichkeiten von Nutzungsänderungen (Grünlandumbruch) überprüfbar zu machen. Die Auswertung liegt flächenhaft für Niedersachsen im Maßstab 1 : 50.000 vor und ist damit für regionale Planungen geeignet. Eine Einzelfallbetrachtung auf Schlagebene bedarf weiterer Untersuchungen mit räumlich höher aufgelösten Daten.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Absolute Gründigkeit
Die Auswertung Absolute Gründigkeit auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt die Mächtigkeit des Lockermaterials über festen Schichten (Solummächtigkeit). Die Absolute Gründigkeit erfasst lediglich die Mächtigkeit des Lockermaterials und berücksichtigt nicht die potenziellen Einschränkungen der Durchwurzelung durch verdichtetes Lockermaterial, Reduktionshorizonte oder einen Wechsel chemischer Eigenschaften. Für eine Bewertung des tatsächlichen durchwurzelbaren Bodenvolumens ist daher die Physiologische Gründigkeit (Durchwurzelbarkeit) zu nutzen. Die Auswertung wird auf Grundlage der Leitprofile der BK50 für die Böden in Niedersachsen erstellt. Angaben aus Bodenkarten können aufgrund der natürlichen Heterogenität der Böden detaillierte Standortuntersuchungen nicht ersetzen. In der Regel werden Durchschnittswerte verwendet. Die Auswertung kann für die Bewertung der Standortgüte und auch der Grabbarkeit der Böden an spezifischen Standorten genutzt werden.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Bodenkundliche Feuchtestufe - Frühjahrszahl (1991-2020)
Die Karte zeigt die Frühjahrszahl der Bodenkundlichen Feuchtestufe für den 30-jährigen Zeitraum 1991-2020. Die Bodenkundlichen Feuchtestufe (BKF) ermöglicht eine Aussage über die Feuchtesituation von Standorten. Sie gibt Auskunft über die mögliche landwirtschaftliche Nutzung und über Nutzungseinschränkungen aufgrund von Trockenheit oder Feuchte. Die BKF berücksichtigt bodenkundliche, hydrologische, morphologische und klimatische Kennwerte. Für die Beurteilung der Feuchtesituation werden 12 Feuchtestufen (von dürr bis nass) unterschieden. Ermittelt werden je nach Bodentyp auch nach Jahreszeit getrennte Werte (Frühjahrszahl/Sommerzahl, z.B. 6/2). Unterschiede zwischen Frühjahrs- und Sommerzahl können z.B. bei stauwasserbeeinflussten Böden auftreten, die im Frühjahr deutlich feuchter als im Sommer sein. Die Frühjahreszahl beschreibt den Feuchtezustand eines Standortes, bei stauwasserbeeinflussten Böden den Zustand in den Frühjahresmonaten, wenn Stauwasser auftritt.
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Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 - Auswertung: BK50 Potenzielle Verdichtungsempfindlichkeit
Die Auswertung Potenzielle Verdichtungsempfindlichkeit auf Basis der Bodenkarte von Niedersachsen 1 : 50 000 (BK50) zeigt die Anfälligkeit der Böden gegenüber Verdichtung aufgrund von erhöhter Bodenlast. Bodenverdichtung tritt vor allem auf, wenn feuchte Böden mit sehr schwerem Gerät befahren werden. Dabei werden das Gesamtporenvolumen des Bodens sowie die Volumina von Grob- und Mittelporen verkleinert, die für den Wassertransport bzw. die -speicherung maßgeblich sind. Die standortabhängige Potenzielle Verdichtungsempfindlichkeit (VDST) ist ein Maß für die Empfindlichkeit von Böden gegenüber dieser mechanischen Bodenverdichtung. Die Empfindlichkeit wird standortspezifisch aus den Standortfaktoren Bodenart, Lagerungsdichte, Bodenkundliche Feuchtestufe und Grobbodenanteil abgeleitet. Der Datensatz kann für Bodenfunktionsbewertungen sowie für die Beratung in Land- und Forstwirtschaft und bei der Planung von Baustellen verwendet werden.