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Icon MQ4 - Museumsquartier Osnabrück
Das Museumsquartier Osnabrück vereint vier Häuser verschiedener Epochen: Das Felix-Nussbaum-Haus (1998) samt Erweiterungsbau (2011), das Kulturgeschichtliche Museum (1888/1899), das Akzisehaus (1807) sowie „Die Villa_“ - ehemals Villa Schlikker (1900/1901). Während das Felix-Nussbaum-Haus die international größte Sammlung der Werke des Malers Felix Nussbaum beherbergt, widmet sich das Kulturgeschichtliche Museum der Osnabrücker Stadtgeschichte und einer umfangreichen Sammlung grafischer Werke Albrecht Dürers, darunter Holzschnitte und Kupferstiche. „Die Villa_“ versteht sich als Debatten-Raum, als ein Ort, in dem Ideen entstehen, wie die Demokratie gestärkt werden kann. Ausgangspunkt ist eine neu konzipierte, kritische Dauerausstellung zum Leben und Wirken des Osnabrücker Juristen Hans Georg Calmeyer. Er hat während des Nationalsozialismus Juden gerettet, sich zugleich jedoch am NS-Terror mitschuldig gemacht. Diese Ambivalenz gibt der „Villa_“ ihre inhaltliche Orientierung. Das ehemalige Zollhaus “Akzisehaus” dient als Ort für wechselnde kleine Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Vorträge und Präsentationen. Die RundbogenbrückeEingebunden in das Quartier und insbesondere das Felix-Nussbaum-Haus, ist die aus dem 17. Jahrhundert stammende steinerne Rundbrücke (auch  “Ravelinbrücke” genannt). Diese wurde bei den Vorbereitungen zum Bau des Felix-Nussbaum-Hauses 1996 wiederentdeckt. Sie überspannte den Stadtgraben und war Teil der ehemaligen Heger Tor-Bastion. Zur Brücke gehörten wohl auch eine Zugbrücke und ein Torgebäude. Fachleute sind der Meinung, dass diese Anlage zu den fortschrittlichsten der damaligen Zeit zählte. Felix NussbaumDer am 11. Dezember 1904 in Osnabrück als Sohn der gutbürgerlichen, jüdischen Kaufmannseheleute Philipp und Rahel Nussbaum geborene Künstler wuchs in einem Umfeld aus Geborgenheit sowie musikalischer und künstlerischer Prägung auf. Bereits 1924 begann Felix Nussbaum sein Kunststudium in Berlin, wo er seine spätere Ehefrau, die polnische Malerin Felka Platek, kennenlernte. Für Nussbaum begann eine beeindruckende Karriere. Schon 1932 reiste er als Studiengast der Deutschen Akademie in die Villa Massimo nach Rom. Die aufkommenden Diskriminierungen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten machten sich auch in Italien bemerkbar. Nussbaum verließ Rom und gelangte gemeinsam mit Felka Platek im Februar 1935 nach Belgien. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und dem Einmarsch deutscher Truppen wurde Nussbaum vorerst im südfranzösischen Lager Saint Cyprien inhaftiert, flüchtete im Sommer 1940 aber nach Belgien zurück. Dort versteckte er sich mit seiner Frau bis 1944 an verschiedenen Orten. Am 20. Juni 1944 wurden beide verhaftet und über das Sammellager Mechelen nach Auschwitz deportiert und ermordet, ihr Todesdatum ist unbekannt. Seine in Brüssel versteckten Bilder wurden 15 Jahre später von einer Cousine Nussbaums wiederentdeckt. Wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation verarbeitete Nussbaum den Holocaust in seinen Werken. Sie behandeln die Themen Flucht, Vertreibung, Krieg und fragen nach kultureller und religiöser Identität. Auch die Werke seiner Frau Felka Platek sind dauerhaft im Felix Nussbaum Haus zu sehen. Diese Sammlung erweitert sich durch Schenkungen unbekannter Werke. Das Felix-Nussbaum-HausMit schiefwinklig aneinander stoßenden Wänden, schrägen Fensterschlitzen, kreuz und quer in den Raum ragenden Raumteilern, spitzwinkligen Nischen und Fußbodenausschnitten zwischen den Etagen, die von Gitterrosten überdeckt werden, macht sich die Biographie Nussbaums in der Architektur des Felix-Nussbaum-Hauses visuell erfahrbar. Die Verwendung der Materialien und die Ausrichtung der Gebäudeteile spiegeln die verschiedenen Lebensstationen des Künstlers wider. Der Haupttrakt ist mit deutscher Eiche verkleidet und ausgerichtet auf die Alte-Synagogen-Straße, er symbolisiert die Herkunft, bzw. die Kindheit. Der Nussbaum-Gang, ein fensterloser, langgestreckter Baukörper aus Sichtbeton steht für den Weg ins Exil. Er orientiert sich hin zur Villa Schlikker, in welcher sich zwischen 1933 und 1945 die Parteizentrale der NSDAP befand. Die Nußbaum-Brücke ist mit Zinkblechen verblendet. Die verwendeten Baumaterialien versinnbildlichen in ihrer zunehmenden Kälte Nussbaums Schicksalsweg. Daniel LibeskindDer markante Bau des Felix-Nussbaum-Hauses stammt von dem US-amerikanischen Architekten und Stadtplaner Daniel Libeskind als dessen erster realisierter Museumsbau. Das im Juli 1998 von der Stadt Osnabrück eröffnete Museum lädt die Besucher zu Dauer- und Wechselausstellungen rund um die ca. 160 Werke von Felix Nussbaum ein. Daniel Libeskind wurde 1946 im polnischen Lodz geboren und wandte sich nach ersten Erfahrungen als professioneller Musiker der Architektur zu. Er studierte an renommierten Universitäten in den USA und Großbritannien. Er zeichnet verantwortlich für die Architektur zahlreicher Gebäude, wie z. B. des Jüdischen Museums in Berlin, des Holocaust Namenmonuments in Amsterdam oder des Imperial War Museum North in Manchester.
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Icon Erich Maria Remarque-Friedenszentrum
„Jetzt sehe ich erst, dass du ein Mensch bist wie ich. Ich habe gedacht an deine Handgranaten, an dein Bajonett und deine Waffen – jetzt sehe ich deine Frau und dein Gesicht und das Gemeinsame. Vergib mir, Kamerad! Wir sehen es immer zu spät. Warum sagt man uns nicht immer wieder, daß ihr ebenso arme Hunde seid wie wir, daß eure Mütter sich ebenso ängstigen wie unsere und daß wir die gleiche Furcht vor dem Tode haben und das gleiche Sterben und den gleichen Schmerz –. Vergib mir, Kamerad, wie konntest du mein Feind sein?” “Im Westen nichts Neues” -  Roman und FilmDer 1928 vom Osnabrücker Schriftsteller Erich Maria Remarque verfasste Roman "Im Westen nichts Neues" ist weltbekannt. Remarque selbst bezeichnete sein Werk als unpolitisch, allerdings gilt es heute in der Weltliteratur als einer der bedeutendsten Antikriegsromane des 20. Jahrhunderts. Schon mit seiner Veröffentlichung am 29. Januar 1929 erfuhr der Roman, auch aufgrund einer bis dahin im deutschen Buchhandel nie gesehenen Marketing-Kampagne, eine hohe Nachfrage. Der internationale Erfolg hält bis heute an. Mittlerweile wurde Remarques Werk in 50 Sprachen übersetzt mit einer geschätzten weltweiten Auflage von 20 bis 40 Millionen Exemplaren sowie zwei Filmversionen aus den Jahren 1930, 1979 und 2022. Erstere erhielt unter der Regie von Carl Laemmle einen Oscar, letztere wurde in 2023 für den Oscar in neun Kategorien nominiert. Insgesamt wurde die Neuverfilmung von Regisseur Edward Berger mit vier der begehrten Trophäen ausgezeichnet: Als bester “Internationaler Film”, sowie in den Kategorien “Beste Filmmusik”, “Bestes Produktionsdesign” und “Beste Kamera”. “Im Westen nichts Neues” - die HandlungDer Roman handelt von den Kriegserlebnissen des Soldaten Paul Bäumer an der Westfront während des Ersten Weltkriegs. In der Ruhestellung hinter der Front erinnert er sich zurück an die Schulzeit und die patriotischen Reden seines Lehrers, die ihn und seine Schulkameraden überzeugten, sich freiwillig zum Kriegseinsatz zu melden. An den Drill während der Grundausbildung, der schnell klar machte, dass in der Schule erlernte Werte auf dem Kasernenhof ihre Gültigkeit verlieren. Die jungen Männer werden an die Westfront verlegt, wo sie durch eine Gruppe erfahrener Frontsoldaten in die Gefahren an der Front eingewiesen werden. Paul lernt, sich an die widrigsten Umstände anzupassen, zu überleben, verschiedene Geschosse am Klang zu unterscheiden und sich gegen den wirklichen Feind, den Tod, zu wehren. Ein kurzer Heimaturlaub zuhause lässt Paul feststellen, dass er sich verändert hat, dass es ihm unmöglich ist, seine grausamen Erfahrungen aus dem Schützengraben mitzuteilen. Enttäuscht kehrt er zu seinen Kameraden an die Front zurück, den Menschen, die ihm am nächsten sind. Nachdem er bei einem Angriff durch einen Splitter verwundet wird, verbringt er ein paar Wochen im Lazarett. Nach seiner Rückkehr an die Front sterben die Mitglieder seiner Gruppe nacheinander durch Kriegshandlungen. Bis auch Paul kurz vor Ende des Krieges tödlich getroffen wird „an einem Tag, der so ruhig und still war, dass der Heeresbericht sich auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden.“ Das Leben von Erich Maria RemarqueDer Autor Remarque wurde 1898 als Erich Paul Remark in Osnabrück als Sohn des Buchbinders Peter Franz Remark und seiner Frau Anna Maria geboren. Mit der späteren Schreibweise „Remarque“ betonte er seine Abkunft von französischen Einwanderern, mit dem neuen Zweitnamen „Maria“ ehrte er das Andenken an seine Mutter. Nach seiner Schulzeit in Osnabrück wurde er im November 1916 als Reserve-Rekrut eingezogen. 1917 wurde er an der Westfront durch einen Granatsplitter und Halsschuss verletzt und kam anschließend ins Armee-Hospital nach Duisburg. Nach seiner Genesung kehrte er nach Osnabrück zurück. Bereits während seines Aufenthalts im Lazarett begann er mit dem Schreiben über den Krieg. Von seinen Erlebnissen geprägt entwickelte Remarque eine Haltung, die von den meisten Biografen als pazifistisch-antimilitaristisch bewertet wird. Zwischen August 1919 und November 1920 arbeitete er als Lehrer, ab 1921 nahm er seine schriftstellerische Arbeit u. a. als Zeitungsredakteur auf. Bereits 1932 in die Schweiz emigriert, erfuhren er und seine Werke während der Zeit des Dritten Reichs die Ächtung durch das NS-Regime. 1933 wurden Remarques Werke während der Bücherverbrennung durch den „Feuerspruch“ verbrannt. Die deutsche Staatsangehörigkeit wurde ihm 1938 aberkannt. 1943 wurde seine Schwester Elfriede Scholz durch den Präsidenten des Volksgerichtshofs Roland Freisler zum Tode verurteilt und kurz darauf hingerichtet. Sie hatte geäußert, der Krieg sei schon verloren und wurde daraufhin denunziert. Ab 1939 lebte Remarque offiziell in den USA und erhielt 1947 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. 1970 starb er in seiner Wahlheimat Tessin in der Schweiz, wo er zuletzt mit seiner zweiten Ehefrau lebte. Seine gesammelten Werke wurden mittlerweile in über 65 Sprachen übersetzt. Remarque setzte sich in seiner Arbeit kritisch mit der deutschen Geschichte auseinander und zählt zu den meistgelesenen deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts - noch heute besonders in Osteuropa. Sehenswertes im  “Erich Maria Remarque-Friedenszentrum”In den Räumen des Friedenszentrums steht nicht nur Remarques Schreibtisch. Es sind auch Originalszenen aus seinem Leben, Handschriften und  Fotos zu sehen. Remarque war das, was man früher einen "Lebemann" nannte: Er liebte schöne Frauen, Kultur und das gute Leben. Die Ausstellung wird durch themenbezogene Wechselausstellungen ergänzt. Das angeschlossene Remarque-Archiv besitzt die weltweit umfangreichste Sammlung von Materialien von und über Remarque. Der “Erich Maria Remarque-Friedenspreis”Seit 1991 vergibt die Stadt Osnabrück den „Erich Maria Remarque-Friedenspreis“ im Andenken an den Autor. Alle zwei Jahre werden internationale belletristische, journalistische und wissenschaftliche Werke und Verfasser prämiert, die sich mit den Themen „innerer und äußerer Frieden“ auseinandersetzen. Die Gebäudehistorie des “Erich Maria Remarque-Friedenszentrums”Das Friedenszentrum befindet sich im Gebäude der ehemaligen Ameldungschen Löwenapotheke am Markt in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und zur Marienkirche. Das heutige Gebäude verweist in seiner Architektur auf den Osnabrücker Klassizismus Ende des 18. Jahrhunderts. Aber bereits zur Wende des 17. Jahrhunderts entstand an dieser Stelle die zweite Apotheke Osnabrücks, wohl als Konsequenz aus den Erfahrungen der vorausgegangenen Pestzeiten. Benannt wurde sie nach der Apothekerfamilie Ameldung. Diese gehörten als Apotheker, neben Ärzten und Predigern, als studierte Leute zur intellektuellen Führungsschicht der Stadt. Die Apotheken vertrieben zur damaligen Zeit neben Arzneimitteln auch kosmetische Waren oder Feinkost. Zur Zeit des Friedenskongresses nächtigten in der Ameldungschen Apotheke nicht nur Gesandte, sie diente auch als deren Versammlungsort und stand als geselliger Treffpunkt zur Verfügung. Das Stammbuch des Apothekersgesellen Johann Friedrich Etschenreuther gibt heute noch Auskunft über die illustren Besucher während der Friedensverhandlungen. 1944 wurde das Gebäude durch einen Bombenangriff  schwer beschädigt, 1958 aber wieder aufgebaut. Seit 1996 befindet sich hier das „Erich Maria Remarque-Friedenszentrum“. Dieses ist seit 2011 auch Mitglied im „International Network of Museums of Peace“, einem weltweiten Zusammenschluss von Museen, die sich dem Gedanken der Friedensförderung und Konfliktverhinderung verpflichtet haben. Kontakt: Führungen: +49 541 / 323 – 2109; siemsen.m@osnabrueck.de Archiv/Workshops: +49 541 / 323 – 4525; junk@osnabrueck.de
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Icon Greener Burg
Die Greener Burg befindet sich in der Ortschaft Greene und bietet über den begehbaren Bergfried einen schönen Ausblick über die Leine und in das Leinetal. Seit ihrem Bau im Jahr 1308 wurde die Greener Burg mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Nach einem fortschreitenden Verfall und dem vermehrten Diebstahl von Steinen, war im Wesentlichen nur noch der Turm erhalten. Dieser kann heutzutage nach dem Einbau von Treppen bis zur Turmspitze begangen werden. Von 1953 bis 1961 wurde die Burg zur Bundesweihestätte für die deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges erklärt. Wandschreine der damaligen Bundesländer im Turm, ein Kreuz an der Außenmauer und eine Gedenktafel erinnern daran. Heutzutage können noch Teile der Burgaußenmauer, der wiederaufgebaute Bergfried und der Torbogen zur Oberburg besichtigt werden. Wer die Burg besichtigen möchte, kann über die Website von Einbeck Tourismus auf dieser Seite per Kontaktformular eine Burgbesichtigung anfragen und anschließend buchen. Tipp: Wanderungen zur Greener Burg können beispielweise in Einbeck auf der Hube oder auf dem Altendorfer Berg begonnen werden. Vom Altendorfer Berg aus sind es bis zur Burg rund 6 bis 7 km (1,5 Stunden) und von der Hube aus ungefähr 5 km (50 Minuten) Fußmarsch. Zudem können in unmittelbarer Nähe fünf beschilderte Wanderungen mit einer Streckenläge von 2,4 bis 8,4 km länge vom Wanderparkplatz im Greener Wald gestartet werden. Nähe Informatioenn hierzu erhaltet ihr auf einer Wandertafel am Zufahrtsweg zum Parkplatz.
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Icon Machurius Brunnen
Die Figur des Machurius ist in der Grünanlage zwischen Marienstraße und der Passage „Lookentor“ in der Nähe des Parkhügels platziert. In früheren Jahren konnte sie als Brunnenfigur bereits an verschiedenen Stellen der Innenstadt ihren „Dienst“ tun. Heute hat sie ein schattiges Plätzchen in einer kleinen Parkanlage der Innenstadt gefunden. Nach einer Sage trieb Machurius in Lingen sein Unwesen. Deshalb wurde er aus der Stadt, jenseits des Emsufers gebracht. Ihm wurde ein durchlöcherter Eimer mit der Weisung gegeben, wenn er ihn mit Wasser gefüllt zur Stadt brächte, dürfe er dableiben… Die ausführliche Machurius-Sage können Sie hier nachlesen: Als die erste Morgenröte des Evangeliums über die öden Gegenden der Mittelems aufging, hauste in der Gegend, wo jetzt die Stadt Lingen liegt, ein grausamer Häuptling, welchen die Sage Machurius oder Michorius nennt. Lange hatten seine Nachbarn seine Untaten geduldig ertragen. Endlich aber wurde es ihnen zuviel, und sie verbündeten sich gegen ihn. Zur Nachtzeit überrumpelten sie mit einer Schar leibeigener Knechte die Burg, erschlugen alle Bewohner, die sich ihnen widersetzten, und steckten alles in Brand. Die Ausgänge der Burg wurden besetzt, damit Machurius nicht entwischen konnte. Allein man wartete vergeblich; er wurde nirgends gesehen. Und als die Burg in Schutt und Asche zusammenstürzte, hielt man ihn für verbrannt. Die Sieger teilten die Beute und seine Besitzungen unter sich; aber keiner wurde seines Besitzes froh. Kaum war ein halbes Jahr verflossen, so hörte man bald hier, bald dort von neuen Greueltaten, ganz so, wie sie Machurius vordem bei Nachtzeiten ausgeführt hatte. Und nicht lange währte es, da hieß es, dass Machurius wieder sein Unwesen auf seinen früheren Besitzungen triebe. Diese Macht aber war ihm vom Teufel geworden. Als er in jener für ihn so verhängnisvollen Nacht, vor Wut und Schmerz heulend, sich in das Innere seiner Burg zurückgezogen hatte und sein Ende herannahen fühlte, da standen ihm auf einmal zwei wundersame Wesen zur Seite: zu seiner Rechten eine liebliche Erscheinung in langem, weißem Gewande, die ihm Ruhe und Frieden in der anderen Welt verhieß, wenn er von Herzen bereue; zur Linken aber eine hagere, hämisch grinsende Gestalt, die ihm Rache an seinen Feinden versprach, wenn er sechs Monate des Jahres sein eigen sein wolle. ''Gibst du mir Gelegenheit zur Rache'', schrie Machurius, ''so bin ich dein eigen, und wärest du der Fürst der Finsternis! Tunke nur die Feder in meine Wunde! Ich muß den Vertrag wohl mit Blut unterschreiben.'' - ''Erraten'', sprach die Gestalt, ''doch aus der Wunde darf kein Blut zur Unterschrift genommen werden, weil - doch, was braucht's der Erklärung - ritze nur mit dieser Nadel deine linke Seite und unterzeichne das Papier!'' So geschah es, und seufzend verschwand die Gestalt zur Rechten, während der Fürst der Hölle den Sterbenden hohnlachend anblickte und, als der Odem entflohen war, ihn mit seinen Krallen erfaßte und durch die Lüfte entführte. So war Machurius denn verflucht, sechs Monate des Jahres dem Teufel zu eigen zu sein, während er die anderen sechs Monate als neckender Geist seiner Rache und Bosheit auf Erden leben konnte. Bald mied jedes menschliche Wesen das Gebiet, wo er geherrscht hatte; aber mancher Wanderer, der zufällig durch diese Gegend kam, mußte des Geistes Tücke erfahren. Jahrhunderte verflossen, und öde und verlassen blieb die Gegend, wo der Geist des Machurius hauste. Als das Gebiet an der Ems aber später Eigentum der mächtigen Grafen von Tecklenburg geworden war, da faßte einer der Söhne des regierenden Grafen den Entschluß, sich hier eine Burg zu bauen. Er war aus Palästina zurückgekehrt und sehnte sich nach eigenem Herde. Der Prior eines nahen Klosters widerriet ihm und gebrauchte dabei den Ausdruck, ''die Gegend stehe in einer lingua mala, sie sei verschrien wegen der Tücke des dort hausenden Geistes.'' Allein dieses konnte ihn von seinem Vorhaben nicht abbringen. Er sprach: ''Ich habe böse Geister in Palästina gebändigt'' und nannte die Burg Lingua mala, woraus allmählich ''Lingen'' wurde. Kaum war aber die Burg fertig, als der Geist sein altes Wesen trieb. Da sich infolgedessen nur wenige Anbauer einfanden, sah sich der Graf schließlich genötigt, Verbrechern und anderm Gesindel hier eine Freistätte zu eröffnen, um nur Bewohner für die im Schutze der Burg gelegene Stadt zu erhalten. Je mehr Leute aber in der Folge hinzukamen, um so mehr hörte man von den bösen Streichen des Gastes. Da gelobte der Graf, den Geist zu bannen. Dazu fanden sich in kurzem mehrere bereit, und nachdem nun die frommen Mönche die Stiftungsurkunde, vom Grafen unterschrieben und gesiegelt in Händen hatten, wurde der Tag bestimmt, an welchem der Geist des Machurius gebannt werden sollte. Am Morgen des bestimmten Tages wurde eine feierliche Messe gelesen. Alle Gläubigen der Umgegend vereinigten ihre Gebete mit denen des Priesters, damit das Werk gelingen möge. Dann gingen zwei Mönche von der Regel des heiligen Benediktus zu der Stelle, wo der Geist am liebsten hauste. Sie umzogen den Ort mit einem Kreis heiliger Kreuzeszeichen, riefen den Geist dreimal bei Namen, murmelten die geheimnisvollen Bannworte und zwangen ihn, in einem bereitstehenden Wagen zwischen ihnen Platz zu nehmen. Dann fuhren sie mit ihm zum Looken , dem jetzigen Fährtore, hinaus. Der Geist gebärdete sich furchtbar im Wagen und übte noch unterwegs seine Tücke an dem Fuhrmann aus. Denn trotz der Warnung der frommen Väter, sich nicht umzusehen, er möge im Wagen hören, was er wolle, konnte er der Versuchung nicht widerstehen. Kaum sah er sich um, da saß ihm der Kopf verkehrt auf dem Rumpf. Indes fuhr der Wagen zur Ems. Während er in dem Fährschiff übergesetzt wurde, versuchte der Geist noch einmal seine Macht mit Hilfe des Bösen und drückte so schwer auf das Schiff, dass es jeden Augenblick zu sinken drohte. Doch kamen sie glücklich am jenseitigen Ufer an und setzten ihre Reise fort bis tief in den Lohneschen Sand. Hier wurde der Geist aus dem Wagen entlassen und ihm die Freiheit erteilt, jährlich einen Hahnenschritt sich Lingen zu nähern. Außerdem ward ihm ein durchlöcherter Eimer gegeben mit der Weisung, wenn er ihn mit Wasser gefüllt zur Stadt brächte, so dürfe er dableiben. Jeden aber, der nicht an ihn glaubte und der ihm im Lohneschen Sande entgegenkomme, dürfe er seine alte Tücke fühlen lassen. Mehrere Jahrhunderte sind seitdem verronnen, und der Sage nach hat sich der Geist des Machurius der Stadt Lingen schon bedeutend genähert. Viele Wanderer, die nächtlicherweise durch jene unwirtlichen Sandwüsten reisen mussten, haben ihn mit dem durchlöcherten Eimer im Wasser plätschern gehört. Und nicht wenige haben in früheren Jahren, als noch keine Landstraße durch die öde Gegend führte, ihren Unglauben an Machurius damit büßen müssen, dass sie auf der Flucht vor ihm ermüdet über Wurzeln und Sträucher fielen und sich zuletzt in dem Labyrinth der vielen Sandhügel verirrten. Weitkamp Entnommen aus: Unsere Heimat Nr. 10, Sagen der Heimat, Lesebogen für die Schulen des Kreises Lingen/Ems, Lingen /Ems 1954, S. 487-489
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Icon Kölleda
Kölleda (bis 1927 Cölleda) ist eine ländlich geprägte Kleinstadt in Thüringen. Die Kommune gehört zum Landkreis Sömmerda und liegt etwa zehn Kilometer östlich der Kreisstadt Sömmerda am Rande des Thüringer Beckens. Sie ist mit ca. 6500 Einwohnern die drittgrößte Kommune im Landkreis. Kölleda ist der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kölleda, ohne jedoch dazu zu gehören. Die Einwohner heißen „Kölledaer“. Für die Region übt Kölleda die Funktion eines Unterzentrums aus. Die Stadt ist geprägt von einem früheren traditionell großen Arznei- und Gewürzkräuteranbau, insbesondere Pfefferminze. Dies führte zu dem Beinamen „Pfefferminzstadt“ und „Pfefferminzbahn“ für die vorbeiführende Bahnstrecke Straußfurt–Großheringen. Kölleda hat eine 1200-jährige bewegte Geschichte. Bedeutend für die Stadtentwicklung waren während der NS-Zeit der Bau von Fliegerhorst und Luftzeugamt für die Luftwaffe sowie später zur DDR-Zeit der VEB Funkwerk Kölleda (heute Funkwerk AG). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses als „Neutrowerk“ von engagierten rückgekehrten und zugezogenen Fachleuten – nach schwierigsten Verhandlungen mit der sowjetischen Militärverwaltung – im deshalb nicht gesprengten „Altbau“ des Fliegerhorstes gegründet. In Kölleda gibt es viele kleinere und mittelständische Unternehmen. Vor allem die Elektrotechnik und die Metallverarbeitung haben als Wirtschaftsfaktor für die Stadt zunehmende Bedeutung erlangt. Bekannt ist die „Jahnstadt“ Kölleda auch als Verbannungsort für den „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn (Gedenktafel östlich der Roßplatz-Kreuzung; um 1960 auch mit „Jahnsportspielen“ und heute wieder mit dem Jahnplatz) sowie als Geburtsort des Chemikers Fritz Hofmann, Erfinder des künstlichen Methylkautschuks (Buna-Gummi), mit dem Geburtshaus (Gedenktafel) in der nach ihm umbenannten ehemaligen Auenstraße.
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Icon Xanten
Xanten [ˈksantən] (lateinisch Castra Vetera oder Xantum, niederländisch/kleverländisch Santen oder Sante) ist eine mittlere kreisangehörige Stadt des Kreises Wesel am unteren Niederrhein in Nordrhein-Westfalen. Während der Römerzeit, etwa um die Zeitenwende, befanden sich unweit des Stadtkerns ein Legionslager (Vetera) sowie die Colonia Ulpia Traiana (um 275 n. Chr. zerstört). Im frühen Mittelalter entstand eine neue Siedlung über dem alten römischen Friedhof, für die aus einem lateinischen Text des 9. Jahrhunderts die Ortsbezeichnung Sanctos überliefert ist, das spätere Xanten mit dem Stift und dann dem sogenannten Dom St. Viktor (8. Jahrhundert). Fraglos steht dieser lateinische Ortsname in einem Bezug zur lokalen Viktor-Heiligenlegende sowie zu am Ort aufgefundenen Grabstätten, die nachträglich als Märtyrergräber gedeutet wurden, fälschlicherweise wird in der Literatur jedoch immer wieder nacherzählt, das durch eine andere lateinische Textstelle überlieferte Ad Sanctos sei mit „Zu den Heiligen“ gleichzusetzen. Im Nibelungenlied wird Santen als angeblicher Geburtsort des Helden Siegfried erwähnt. Xanten ist zugleich als Römer-, Dom- und Siegfriedstadt bekannt. Xanten ist die einzige Gemeinde Deutschlands, deren Name mit einem „X“ beginnt. Im Jahr 1977 eröffnete der Archäologische Park Xanten (APX) auf einem Teil der früheren Colonia; er beherbergt nun auch das LVR-Römermuseum. Zwischen Park und Rhein wurden außerdem zwei Baggerseen zum Freizeitzentrum Xanten (Xantener Nordsee und Xantener Südsee). Im Jahr 1988 wurde Xanten zum ersten staatlich anerkannten Erholungsort im Regierungsbezirk Düsseldorf; seit 2014 ist es Luftkurort.
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/ Stadt/Gemeinde (NW)
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Icon Planfeststellungsverfahren für den Ersatzneubau der Talbrücke Langgöns im Zuge der Bundesautobahn
1. Planänderungsverfahren: Die Autobahn GmbH des Bundes hat beim Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum als Planfeststellungsbehörde die Durchführung des Anhörungsverfahrens nach § 17a FStrG in Verbindungmit § 73 HVwVfG für die 1. Änderung des Plans für den Ersatzneubau der Talbrücke Langgöns imZuge der A 45 beantragt. Für das Vorhaben besteht eine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung gem. § 5 UVPG. Am 30. Mai 2022 wurde von der Vorhabenträgerin erstmalig die Durchführung des Planfeststellungsverfahrens beantragt. Im August 2024 hat das Regierungspräsidium Gießen seine abschließende Stellungnahme zum Anhörungsverfahren an die Planfeststellungsbehörde zur Entscheidung weitergeleitet. Im Zuge der Sachverhaltsaufklärung hat die Vorhabenträgerin weitere Unterlage ergänzt bzw. aktualisiert, die als 1. Planänderung in das Verfahren eingeführt werden. Die Planänderung umfasst einen Grunderwerbsplan (welcher im ursprünglichen Anhörungsverfahren nicht auslag), eine Abhandlung zum globalen Klima, eine aktualisierte Verkehrsuntersuchung und die darauf basierenden aktualisierten Lärm- und Luftschadstoffbetrachtungen, eine Aktualisierung des Artenschutzrechtlichen Fachbeitrages sowie der Maßnahmenplanung aufgrund der überarbeiteten „Roten Liste der Brutvögel Hessens mit deren Erhaltungszuständen“ sowie überarbeitete forstrechtliche Unterlagen. Ursprungsverfahren: Das Vorhaben umfasst den sechsstreifigen Ausbau der A 45 von nördlich der Talbrücke Langgöns bis hin zum Gambacher Kreuz sowie den Ersatzneubau der Talbrücke selbst. Das etwa 480 m lange Talbrückenbauwerk Langgöns wurde 1996 / 2000 grundhaft instandgesetzt und wird in den kommenden Jahren das Ender seiner technischen Nutzungsdauer erreichen. Im Verlauf des Streckenabschnitts befinden sich neben der Talbrücke fünf weitere Autobahnüber- und –unterführungen. Vier dieser Bauwerke sind im Zuge des Ausbaus zu erneuern, für ein Bauwerk zu Überführung eines Wirtschaftsweges ist ein ersatzloser Rückbau vorgesehen. Darüber hinaus umfasst die Maßnahme die Anpassung der Ein- und Ausfahrt eines im Abschnitt befindlichen Parkplatzes sowie die notwendigen Anpassungen und Änderungen der parallelen und kreuzenden Verkehrswege. Vorhabenträger ist Die Autobahn GmbH des Bundes – Niederlassung Westfalen.
Zuletzt aktualisiert: 02.12.2025
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Icon Windpark Anwande / Errichtung und Betrieb von drei Windkraftanlagen in 74746 Höpfingen-Waldstetten (WKA A-1, A-2, A-4) durch die EE BürgerEnergie Höpfingen GmbH & Co. KG
Die EE BürgerEnergie Höpfingen GmbH & Co. KG, Weipertstraße 41, 74076 Heilbronn (Antragstellerin) plant die Errichtung und den Betrieb des Windparks „Anwande“ mit drei Windkraftanlagen in der Gemeinde Höpfingen, Gemarkung Waldstetten im Neckar-Odenwald-Kreis. Hierbei handelt es sich um die Windenergieanlagen A-1, A-2 und A-4, für die ein Antrag auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids zur Klärung einzelner Genehmigungsvoraussetzungen gestellt wurde. Die Anlagen sollen auf dem Flurstück Nr. 6620 in der Gemeinde Höpfingen, Gemarkung Waldstetten errichtet werden. Der Windpark „Anwande“ liegt zwischen dem Ortsteil Waldstetten (Höpfingen), den Ortsteilen Erfeld und Gerichtstetten (Hardheim), der Stadt Walldürn und dem Ortsteil Altheim (Walldürn). Die beantragten Anlagen des Typs ENERCON E-175 EP5 E2 weisen eine Nabenhöhe von 174,50 m, einen Rotordurchmesser von 175 m, eine Gesamthöhe von 262 m und eine Nennleistung von 7 MW je Anlage auf. Die Antragstellerin hat am 06.08.2024 einen Antrag auf Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Windpark „Anwande“ nach § 7 Abs. 3 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) gestellt. Diesem Antrag hat das Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis mit Entscheidung vom 22.08.2024 entsprochen. Für das Vorhaben besteht somit die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Pflicht) und das Genehmigungsverfahren, sowie das Vorbescheidverfahren sind nach § 10 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchzuführen. Der Scoping-Termin zur Festlegung des Untersuchungsrahmens, der Methoden sowie der erforderlichen Unterlagen fand am 03.12.2024 statt. Die frühe Öffentlichkeitsbeteiligung soll nach Auskunft der Antragstellerin im März 2025 durch-geführt werden. Die Einreichung des Antrags auf Erteilung eines immissionsschutzrechtlichen Vorbescheids gemäß § 9 Abs. 1a BImSchG zur Klärung einzelner Genehmigungsvoraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb der oben genannten Anlagen erfolgte am 20.01.2025. Konkret soll geklärt werden, ob der geplante Windpark bei den nachfolgenden Trägern öffentlicher Belange Aussicht auf Genehmigung besitzt: • Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr • Regierungspräsidium Stuttgart, Ref. 46.2, Luftverkehr und Sicherheit • ASDBW Rev. 32 Funkplanung, Stuttgart Die hierbei eingereichten Unterlagen waren aus Sicht der Immissionsschutzbehörde nicht vollständig, weshalb Nachforderungen erfolgten. Seit dem 14.02.2025 sind die Unterlagen aus immissionsschutzrechtlicher Sicht vollständig.
Zuletzt aktualisiert: 11.06.2025
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Icon 022.00.00/21 Errichtung und Betrieb einer Abfallbehandlungsanlage am Standort 16727 Velten
Die Firma b.i.o. bodenreinigungsanlage in oberhavel GmbH, Kanalstraße 12 in 16727 Velten beantragt die Genehmigung nach § 4 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG), auf dem Grundstück Kanalstraße 12 in 16727 Velten in der Gemarkung Velten, Flur 10, Flurstücke 370 und 371, einen Komplex mehrerer Abfallbehandlungsanlagen zu errichten und zu betreiben. Für das Vorhaben besteht die Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Das Vorhaben umfasst im Wesentlichen die Errichtung und den Betrieb von Abfallbehandlungsanlagen für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle auf einem circa 38.000 m² großen Grundstück an dem industriell geprägten Standort Kanalstraße 12 im Innenbereich der Stadt Velten. Zur Anlage gehört die bestehende Umschlagstelle am Veltener Stichkanal. Zur Genehmigung beantragt sind eine mikrobiologische Reinigungsanlage in der geschlossenen Behandlungshalle 1 mit Rampe und Luftschleieranlage, eine Waschanlage für verunreinigte Böden in der Behandlungshalle 2, eine Mischanlage für die physikalische Behandlung (Vermischung, Verfestigung) von Abfällen zur Herstellung der Versatzfähigkeit, eine Brech- und Siebanlage, Anlagen zur zeitweiligen Lagerung von Abfällen, bestehend aus überdachten Lagerbereichen und Freilager, und eine Umschlagsanlage sowie die gemeinsamen technischen Einrichtungen – Wasserreinigungsanlage mit Rückhaltebecken und Reinwasserbehältern, Abluftreinigungsanlage, Fahrzeugwaage, Reifenwaschanlage und Büro- und Sozialgebäude. Die Anlagen werden alternativ für den Umschlag, die Behandlung und Zwischenlagerung von gefährlichen und nicht gefährlichen Abfällen genutzt. Der Anlagenbetrieb ist werktags im Zeitraum von 6 bis 22 Uhr vorgesehen. Es handelt sich dabei um eine Anlage der Nummer 8.6.1.1 GE in Verbindung mit den Nummern 8.6.2.1 GE, 8.7.1.1 GE, 8.7.2.1 GE, 8.11.1.1 GE, 8.11.2.1 GE, 8.11.2.3 GE, 8.11.2.4 V, 8.12.1.1 GE, 8.12.2 V, 8.15.1 G, 8.15.3 V des Anhangs 1 der Verordnung über genehmigungsbedürftige Anlagen (4. BImSchV) sowie um ein Vorhaben nach Nummer 8.3.1 X der Anlage 1 des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG). Weiterhin fällt das Vorhaben gemäß § 3 der 4. BImSchV unter die Industrieemissions-Richtlinie. Für das Vorhaben ist die Zulassung auf vorzeitigen Beginn gemäß § 8a BImSchG für folgende Maßnahmen beantragt: - Errichtung der Behandlungshallen 1 und 2 - Errichtung des Regenrückhaltebeckens - Errichtung der Überdachung der Lagerboxen - Errichtung der Abluftreinigungshalle - Errichtung der Bodenwaschanlage - Errichtung der Mischanlage - Funktionstests der einzelnen Aggregate zur Prüfung der Betriebstüchtigkeit. Die Inbetriebnahme der Anlage ist im November 2024 vorgesehen.
Zuletzt aktualisiert: 14.08.2024
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Leopoldshagen ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Gemeinde wird vom Amt Am Stettiner Haff mit Sitz in Eggesin verwaltet.
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